Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland/Welt Merkel trauert erstmals öffentlich um getötete Soldaten
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Merkel trauert erstmals öffentlich um getötete Soldaten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:33 08.04.2010
Zu der Trauerfeier werden auch Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), Bundeswehr- Generalinspekteur Volker Wieker und Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) erwartet. Quelle: dpa
Anzeige

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird an diesem Freitag erstmals an einer Trauerfeier für gefallene Soldaten teilnehmen: Die CDU-Chefin kündigte am Donnerstag an, dass sie den drei am blutigen Karfreitag im nordafghanischen Kundus getöteten Fallschirmjägern im niedersächsischen Selsingen die letzte Ehre erweisen wird. „Das ist ihr ein persönliches Anliegen“, erklärte ein Regierungssprecher. Ob die Kanzlerin auch eine Rede halten wird, blieb zunächst offen. Zu der Trauerfeier werden auch Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), Bundeswehr- Generalinspekteur Volker Wieker und Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) erwartet.

Mehrere Koalitions- und Oppositionspolitiker hatten zuvor Merkels Teilnahme gefordert. Bereits am Sonntag fand eine Trauerfeier im nordafghanischen Kundus statt. Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) verlängerte seine Afghanistan-Reise um einen Tag, um anwesend zu sein. Anschließend waren die Särge mit den Leichen der gefallenen Soldaten nach Deutschland überführt worden.

Anzeige

Merkel hatte im August 2007 an einer Trauerfeier für drei bei einem Bombenanschlag in Kabul getötete deutsche Polizisten teilgenommen. Einen davon kannte sie persönlich, weil er vor seinem Einsatz in Afghanistan einer ihrer Leibwächter war. Bei einer Trauerfeier für Soldaten war Merkel nach Angaben eines Regierungssprechers dagegen noch nie. Bisher sind 39 Soldaten bei ihrem Einsatz in Afghanistan ums Leben gekommen.

Der Parlamentarische Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Christian Schmidt (CSU), begrüßte Merkels Teilnahme. Es sei „ein Signal insbesondere in die Truppe hinein“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Es sei aber auch eine Aufforderung an die gesamte Gesellschaft, sich mehr mit der Afghanistan-Mission auseinanderzusetzen. „Ich verstehe es als Anregung zum Nachdenken und zum Einbeziehen der Bundeswehr in die Mitte der Gesellschaft“, sagte Schmidt.

Von den vier schwer verletzten Soldaten, die im Koblenzer Bundeswehrzentralkrankenhaus behandelt werden, sind zwei weiter auf dem Weg der Besserung. Die beiden anderen befinden sich immer noch auf der Intensivstation, wie der Presseoffizier des Sanitätsführungskommandos, Hauptmann Michael Walbeck, auf Anfrage sagte. Ihr Zustand sei unverändert stabil.

dpa