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Deutschland/Welt Merkel sympathisiert mit Rezo – und nimmt damit Schwächung von AKK in Kauf
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Merkel sympathisiert mit Rezo – und nimmt damit Schwächung von AKK in Kauf
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13:44 20.06.2019
Annegret Kramp-Karrenbauer (L), Parteivorsitzende der CDU, und Bundeskanzlerin Angela Merkel. Quelle: imago images / photothek
Berlin

Angela Merkel – das weiß die Republik seit Langem – ist eine bemerkenswerte Frau. Sie hat es als gelernte DDR-Bürgerin an die Spitze der westdeutsch geprägten CDU geschafft. Fünf Jahre später wurde die 64-jährige Kanzlerin. Und das ist sie nun seit immerhin 14 Jahren.

Bemerkenswert ist auch, wie Merkel ihren Abschied von der Macht gestaltet, nämlich in dem sie schon weg und gleichwohl immer noch da ist. Was das genau bedeutet, hat Merkel gerade eben erst bei einer Diskussion mit Schülern im niedersächsischen Goslar gezeigt. Denn als es um den Youtuber Rezo und seine „Zerstörung der CDU ging, da schien sie mehr Sympathien für ihn zu haben als für die eigene Parteiführung – oder besser: deren Umgang mit dem 26-Jährigen. Unproblematisch ist diese Form des Abgangs nicht.

„Ein bisschen geschockt“

Die Regierungschefin zeigt sich zunächst mal „ein bisschen geschockt“, wie sich Rezo die CDU „vorgeknöpft“ habe, entdeckte dann aber allerlei, worüber man reden müsse. Auf die Frage eines Schülers, womit Rezo denn genau Recht gehabt habe, antwortete Merkel: „Na, beim Klimaschutz, dass wir unsere Verpflichtungen nicht eingehalten haben." Dabei ist Merkel, die in den 1990er-Jahren ja selbst mal Umweltministerin war und als Kanzlerin seit 2005 die Richtlinien der Politik bestimmt, die dafür Hauptverantwortliche. Der Titel „Klimakanzlerin“ ist ein Titel – mehr nicht. Das müsste öfter mal gesagt werden.

Noch deutlicher fiel Merkels Stellungnahme zum Fall Rezo mit Blick auf die Reaktion der aktuellen CDU-Spitze unter Annegret Kramp-Karrenbauer aus. „Das eigentliche Manko, das wissen wir ja inzwischen auch, war, dass man das zu abwehrend gesehen hat und sich nicht einfach drauf eingelassen hat", urteilte die bisherige Parteichefin. „Das müssen wir lernen." Ja, sie befand geradezu spöttisch: „Elf Seiten PDF-Datei waren's dann wohl auch nicht."

Lesen Sie hier, wie sich Angela Merkel nach einem Schwächeanfall erholt hat

Sie klammert sich nicht an die Macht

Doch selbst wenn das in der CDU längst eine Mehrheit so sieht: Diese Anmerkung trifft noch einmal Merkels Nachfolgerin im Amt der Parteivorsitzenden – an deren Eignung für das Kanzleramt sie dem Vernehmen nach längst zweifelt – und macht es Kramp-Karrenbauer noch schwerer, als sie es ohnehin hat.

Nein, Angela Merkel klammert sich nicht an die Macht, wie es einst Helmut Kohl tat. Das ist gut. Stattdessen macht sie schon heute großzügig von der neuen Freiheit Gebrauch, die sich aus dem Bald-nicht-mehr-Kanzlerin-sein ergibt. Das ist nicht immer gut, jedenfalls nicht für alle.

Von Markus Decker/RND

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