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Deutschland/Welt Merkel: Euro-Stabilität entschlossen verteidigen
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Merkel: Euro-Stabilität entschlossen verteidigen
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17:09 08.05.2010
Bundeskanzlerin Angela Merkel Quelle: dpa
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Die Stabilität des Euro als Ganzes werde entschlossen durch gemeinschaftliche Maßnahmen gesichert werden, sagte Merkel am Sonnabend in Berlin nach einem Treffen mit dem kanadischen Ministerpräsidenten Stephen Harper.

„Wir stehen gemeinsam als Euro-Länder für die Stabilität des Euro“, sagte Merkel. Dies sei wichtig für jedes einzelne Land und schütze die Bürger in jedem Land. Eine stabile Währung bedeute, das Geld für die Bürger zu sichern. Zudem wollen die Euro-Länder die hohen Staatsdefizite möglichst rasch abbauen sowie die Regulierung der Finanzmärkte vorantreiben.

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Am Sonntag wollen die EU-Finanzminister in Brüssel im Eilverfahren ein Rettungssystem für klamme Mitgliedsstaaten beschließen, um das Spekulieren auf Staatspleiten einzudämmen.

Es handele sich um eine ernste Situation, sagte Merkel am Samstag. Die Lage auf den Finanzmärkten sei äußerst kritisch. Die Stabilität des Euro als Ganzes sei mit dem Hilfsprogramm für Griechenland allein noch nicht gesichert. Daher würden die Euro-Länder weitere gemeinsame Maßnahmen beschließen. Merkel versuchte, den Eindruck von Panik zu vermeiden: „Es ist wichtig, dass wir entschlossen, aber auch in großer Ruhe an die Sache herangehen.“

Nach den Worten Harpers handelt es sich nicht um eine Krise des Finanzsektors, sondern um eine Finanzkrise von Ländern mit hohen Staatsdefiziten. Die Verschuldung könne nicht dauerhaft auf hohem Niveau gehalten werden. Es sei eine Strategie für einen Ausstieg aus den staatlichen Hilfsprogrammen erforderlich. Er sei zuversichtlich, dass Europa die nötigen Maßnahmen treffen werde.

Auf die Differenzen innerhalb der führenden Wirtschaftsmächte (G20) über eine Bankenabgabe gingen Merkel und Harper nicht ein. Vor allem Kanada lehnt eine Bankenabgabe ab, wie sie unter anderem Deutschland, Frankreich und die USA fordern. Kanada will nicht heimische Banken bestrafen, die sich in der Finanzkrise besser geschlagen haben als die Institute anderer G20-Länder.

Kanada, vom „World Economic Forum“ erneut zum „stabilsten Bankensystem der Welt“ gekürt, sieht nicht ein, diesen Wettbewerbsvorteil aus der Hand zu geben. Innerhalb der G20 gehören auch Australien und Indien zu den Gegnern einer Bankenabgabe. Deutschland hofft trotz des Widerstands, dass beim G20-Gipfel Ende Juni - unter kanadischem Vorsitz - ein Kompromiss gelingt. Ein weiterer G20-Gipfel ist im November - dann in Südkorea.

dpa