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Deutschland/Welt Mehrheit der Franzosen unterstützt Sarkozys harten Kurs gegen Straftäter
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Mehrheit der Franzosen unterstützt Sarkozys harten Kurs gegen Straftäter
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16:42 06.08.2010
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Siebzig Prozent der Befragten sprachen sich für den Entzug der Staatsbürgerschaft für Straftäter mit ausländischer Herkunft aus, wenn diese einen Polizisten lebensgefährlich angreifen, wie eine Studie des Meinungsforschungsinstituts Ifop für die Tageszeitung „Figaro“ vom Freitag ergab. Diese Ankündigung von Sarkozy nach den gewaltsamen Ausschreitungen in der Alpenstadt Grenoble hatte bei Opposition und Menschenrechtsgruppen harsche Kritik ausgelöst.

Auch andere von Sarkozy und der konservativen Regierung geplante Verschärfungen bei der inneren Sicherheit stoßen der Umfrage zufolge auf große Zustimmung. So sind 89 Prozent der Franzosen für eine häufigere Anwendung der elektronischen Fußfessel bei Wiederholungstätern. Den Abriss illegaler Roma-Lager unterstützen demnach 79 Prozent. Von den Befragten befürworten 67 Prozent das Anbringen von 60.000 Überwachungskameras auf öffentlichen Plätzen bis zum Jahr 2012. Immerhin noch 55 Prozent finden es gut, wenn Eltern zu einer Gefängnisstrafe von bis zu zwei Jahren verurteilt werden können, wenn deren Kinder straffällig werden.

Sarkozy hat einen „nationalen Krieg“ gegen die Kriminalität insbesondere in Problemvierteln von Großstädten ausgerufen. Hintergrund sind Ausschreitungen in der Alpenstadt Grenoble, wo vor rund drei Wochen auch Schüsse auf Polizisten abgegeben wurden. Auch in den vergangenen Tagen kam es erneut zu mehreren Zwischenfällen, bei denen Schüsse auf Polizisten abgegeben wurden. Die Schüsse im Problemvorort Villiers-le-Bel bei Paris in der Nacht zum Donnerstag seien aber anders als von der Polizeigewerkschaft ursprünglich angegeben nicht gegen die Polizei gerichtet gewesen, hieß es aus Ermittlerkreisen. Es sei vielmehr um einen Bandenkrieg gegangen.

Die Polizeigewerkschaft Alliance hatte mitgeteilt, in Villiers-le-Bel habe eine Polizeistreife ein Fahrzeug kontrollieren wollen und sei daraufhin von etwa fünfzehn Bewaffneten angegriffen worden, die zweimal auf die Beamten geschossen hätten.Verletzt wurde niemand. In Villiers-le-Bel und weiteren Pariser Vorstädten war es im November 2007 zu tagelangen Krawallen gekommen, nachdem zwei Jugendliche bei einem Unfall mit der Polizei gestorben waren.

afp