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Deutschland/Welt Mehr als 30 Tote bei Anschlag
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Mehr als 30 Tote bei Anschlag
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18:13 07.08.2009
In Mossul starben mehr als 30 Menschen bei einem Autobombenanschlag vor einer schiitischen Moschee. Quelle: Ahmad al-Rubaye/afp (Archiv)
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Bei dem Anschlag in Mossul seien mehr als 70 weitere Menschen verletzt worden, teilte die Polizei mit. „Eine Autobombe explodierte genau in dem Moment, in dem die Gläubigen aus der Moschee kamen“, berichtete ein Arzt aus der 370 Kilometer nördlich von Bagdad gelegenen zweitgrößten irakischen Stadt. Ein Polizist schilderte schockierende Szenen. “Überall waren Blut und Fleischfetzen.“ Die Moschee und mehrere Gebäude sei bei der Detonation eingestürzt. Ebenfalls in Mossul wurden nach Polizeiangaben am Freitag zwei christliche Frauen bei der Explosion eines Sprengsatzes vor ihrem Haus verletzt.

In Bagdad wurden bei Anschlägen auf schiitische Pilger vier Menschen getötet und 18 weitere verletzt. Wie aus dem Innenministerium verlautete, starben im Stadtteil Sadr City drei schiitische Pilger in einem Bus, als bei ihrer Heimkehr aus dem 110 Kilometer südlich der Hauptstadt gelegenen Kerbela eine Bombe am Straßenrand explodierte. Acht weitere Menschen wurden verletzt. Bei zwei weiteren Anschlägen auf Pilgerbusse wurden ein Mensch getötet und zehn weitere verletzt. Auch in den Vortagen waren mehrere anreisende Pilger bei Anschlägen getötet worden.

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In der heiligen Schiiten-Stadt Kerbela feierten in der Nacht zum Freitag hunderttausende schiitische Gläubige die Geburt des Imams Mahdi. Der zwölfte Imam aus dem neunten Jahrhundert wird von den Schiiten besonders verehrt. Laut Weissagung soll er eines Tages zurückkehren und Gerechtigkeit und Frieden auf die Welt bringen. Bei dem Pilgerfest, eines der wichtigsten der Schiiten, ziehen die Gläubigen zum Mausoleum des Imams. Zehntausende Polizisten waren zu ihrem Schutz in Kerbela im Einsatz.

In Mossul, der zweitgrößten Stadt Iraks, gibt es regelmäßig Anschläge. Die Region um die Stadt gilt als Hochburg des Terrornetzwerks El Kaida. In der Stadt mit 1,6 Millionen Einwohnern leben mehrheitlich Sunniten, es gibt auch große kurdische und christliche Gemeinden. Die US-Truppen hatten sich Ende Juni im Rahmen eines Sicherheitspaktes mit der Regierung in Bagdad aus den irakischen Städten zurückgezogen.

afp