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Deutschland/Welt McChrystal trifft Guttenberg frühestens Dienstag
Nachrichten Politik Deutschland/Welt McChrystal trifft Guttenberg frühestens Dienstag
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18:40 18.04.2010
Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg Quelle: dpa
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Das teilte der Sprecher des Ministeriums am Sonntag in Berlin mit. Im Mittelpunkt der Gespräche dürfte die schwierige Situation in Afghanistan stehen.

Zuletzt verloren vier Bundeswehrsoldaten bei schweren Kämpfen mit den radikal-islamischen Taliban am Donnerstag in der Provinz Baghlan ihr Leben. Vor dem Einsatz soll es nach einem Bericht der „Bild am Sonntag“ zu Differenzen zwischen der deutschen Einsatzleitung in Nordafghanistan und dem US-geführten Hauptquartier in Kabul gekommen sein. Die deutsche Einsatzleitung habe schwere Bedenken gegen die Operation schriftlich bei der Einsatzzentrale geltend gemacht, die McChrystal untersteht. Die Zentrale habe aber auf einem zeitnahen Beginn der Operation bestanden.

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Das Verteidigungsministerium bestätigte am Sonntag auf dpa-Anfrage lediglich die in der Zeitung zitierte Aussage eines Sprechers von Guttenberg: „Der Kommandeur des ISAF Regionalkommando Nord hat darauf hingewiesen, dass aufgrund eines Kontingentwechsels keine maximale Unterstützung für die Operation zu diesem Zeitpunkt möglich wäre und sie durch andere Kräfte von Verbündeten ausgeglichen werden müsse.“ Ein Kontingentwechsel ist der alle paar Monate fällige Komplettaustausch der deutschen Truppen in Afghanistan.

Die „Leipziger Volkszeitung“ berichtete kürzlich, McChrystal erwarte einen wichtigen Beitrag der Deutschen bei der im Sommer anstehenden Großoffensive gegen die Taliban. Er wolle zudem für eine gezieltere Kampfausbildung der Bundeswehr unter kriegerischen Bedingungen werben. Auch müssten die Soldaten der Bundeswehr besser auf die US-Strategie der Aufstandsbekämpfung eingestellt werden. Ein Sprecher Guttenbergs erklärte im Vorfeld auf die Frage, ob erwartet werde, dass McChrystal bei seinem Besuch zusätzliche Anforderungen an die Deutschen stellen werde: „Ich möchte hier nicht spekulieren.“

McChrystal sollte ursprünglich am Montag auch Außenminister Guido Westerwelle (FDP) und Mitglieder des Auswärtigen Ausschusses sowie des Verteidigungsausschusses des Bundestages treffen. Zudem gab es einen Termin im Kanzleramt, allerdings nicht mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Es seien Gespräche auf Arbeitsebene geplant, hieß es.

Die Bundeswehr beteiligt sich seit mehr als acht Jahren an dem internationalen Einsatz in Afghanistans. Deutschland ist mit bis zu 5350 Soldaten der drittgrößte Truppensteller. Seit Beginn des Einsatzes kamen insgesamt 43 deutsche Soldaten ums Leben.

dpa