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Deutschland/Welt Massive Protestwelle gegen Ahmadinedschad im Iran
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Massive Protestwelle gegen Ahmadinedschad im Iran
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14:53 27.12.2009
In Teheran versammelten sich am Sonntag Zehntausende zu einer Kundgebung, gegen die starke Einheiten der Sicherheitskräfte vorgingen.
In Teheran versammelten sich am Sonntagm Zehntausende zu einer Kundgebung, gegen die starke Einheiten der Sicherheitskräfte vorgingen. Quelle: afp
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Im Iran haben sich am Wochenende trotz eines Großeinsatzes der Sicherheitskräfte zehntausende Demonstranten zu einer der größten Protestaktionen seit dem Sommer zusammengeschlossen. In Teheran wurden nach Angaben der oppositionellen Internet-Seite Rahesabs vier Demonstranten von Sicherheitskräften erschossen, was die Polizei bestritt. Die Demonstranten richteten ihren Ruf „Tod dem Diktator“ gegen Staatschef Mahmud Ahmadinedschad.

Drei der vier getöteten Demonstranten seien auf der großen Verbindungsachse Enghelab von „direkten Schüssen“ der Sicherheitskräfte getroffen worden, hieß es bei Rahesabs unter Berufung auf einen eigenen Reporter, der dies mitangesehen habe. Beide Seiten gaben übereinstimmend an, dass mehrere Polizisten verletzt wurden.

Die Lage in Teheran war stundenlang völlig unübersichtlich. Die Sicherheitskräfte, die von den regierungstreuen Bassidsch-Milizen unterstützt wurden, setzten nach Angaben von Augenzeugen Tränengas ein, von Seiten der Demonstranten wurden Steine geworfen und Barrikaden errichtet, etwa am Asadi-Platz. Mehrere Polizeifahrzeuge wurden den Berichten zufolge in Brand gesetzt.

Über die Zahl der Toten und Verletzten sowie der Festnahmen lagen am Sonntagnachmittag keine gesicherten Informationen vor. Die Polizei bestritt die Angaben über die getöteten Demonstranten. „Bislang habe wir keine Informationen über Menschen, die von der Polizei getötet wurden“, sagte der Polizeichef von Teheran, Asisollah Radschabsadeh, den Agenturen Isna und Fars.

Auch in den Städten Isfahan, Nadschafabad, Schiras und Babol habe es gewalttätige Auseinandersetzungen gegeben, berichtete Rahesabs. Unter Bezug auf das islamische Aschura-Fest skandierten die Demonstranten in Teheran: „Es ist der Monat des Bluts, die Bassidsch werden fallen!“ Die Opposition machte sich das Aschura-Fest zunutze - da aus diesem Anlass ohnehin zahlreiche Menschen in den Straßen sind, werden Polizeieinsätze gegen Demonstranten erschwert.

An verschiedenen Stellen der Hauptstadt versammelten sich immer wieder in kürzester Zeit riesige Menschenmengen. In geringerem Umfang hatte es auch am Samstag schon Kundgebungen der Opposition gegeben. Das Aschura-Fest erinnert an Leiden und Tod des Begründers der schiitischen Glaubensrichtung, Imam Hussein.

Die Proteste im Sommer richteten sich gegen die umstrittene Wiederwahl Ahmadinedschads vom 12. Juni, die nach Auffassung der Opposition mit zahlreichen Manipulationen einherging. Bei den damaligen Protesten wurden nach offiziellen Angaben 36 Menschen getötet, nach Angaben der Opposition sogar 72.

Auf dem Höhepunkt der Proteste war in Teheran die Studentin Neda Agha-Soltan erschossen worden. Die Londoner „Times“ kürte die 26-Jährige nun zur „Person des Jahres“. Sie sei zum „weltweiten Symbol des Widerstands gegen die Tyrannei“ geworden, hieß es in der Samstagsausgabe der Zeitung. Im Internet kursierende Bilder der sterbenden jungen Frau hätten „die letzten Reste von Legitimität des Regimes“ zerstört und den Widerstand der Opposition weiter angefacht.

afp