Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland/Welt Lufthansa schuld an Panne des Regierungsfliegers?
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Lufthansa schuld an Panne des Regierungsfliegers?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:45 27.12.2018
Die „Konrad Adenauer“ der Flugbereitschaft Quelle: Michael Kappeler/dpa
Anzeige
Berlin

Die Panne am Regierungsflugzeug von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) Ende November ist einem „Spiegel“-Bericht zufolge auf einen Fehler des Wartungsunternehmens Lufthansa Technik zurückzuführen. Dies ergebe sich aus einem vertraulichen Untersuchungsbericht der Bundeswehr, berichtete das Nachrichtenmagazin am Donnerstag. Lufthansa Technik wies den Vorwurf zurück.

Dem Bericht zufolge versäumte es die Lufthansa-Tochter, die Flugbereitschaft der Bundeswehr über ein neu eingebautes digitales Kommunikationssystem zu informieren. Als das System während des Fluges zum G20-Gipfel ausgefallen sei, habe sich die Crew der Regierungsmaschine auf eine falsche Notfall-Checkliste verlassen. Es sei ihr deshalb nicht gelungen, das Funksystem wieder hochzufahren.

Anzeige

Merkel und Scholz fliegen mit Linienmaschine nach Argentinien

Ohne reguläre Funkverbindung konnte die Maschine den Flug nach Argentinien nicht fortsetzen. Die Langstreckenmaschine musste wieder umkehren und mit vollen Tanks in Köln landen – kein ungefährliches Manöver, denn durch das hohe Gewicht der Maschine heizen sich die Bremsen stark auf. Statt mit der Flugbereitschaft flogen die Kanzlerin und Finanzminister Olaf Scholz (SPD) am nächsten Tag mit einer Linienmaschine zum G20-Gipfel nach Buenos Aires.

Lufthansa und dem Verteidigungsministerium widersprechen

Der Konzernsprecher von Lufthansa Technik, Jens Krüger, sagte der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag: „Die Lufthansa Technik hat zu jedem Zeitpunkt sämtliche luftrechtlichen Vorgaben eingehalten. Das gilt auch für den Umgang mit den Dokumentationspflichten.“ Zu Einzelheiten äußerte er sich nicht.

Auch das Verteidigungsministerium widersprach dem Bericht. „Maßgeblich für den Zwischenfall war ein Ausfall eines Bauteils, in der Folge auch der Funkgeräte. Dies liegt nicht an Lufthansa Technik“, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums der Deutschen Presse-Agentur. „Das Flugzeug war immer in einem sicheren Zustand, und die Sicherheit an Bord war immer gewährleistet“, betonte er.

Zur Flugbereitschaft gehören nach Angaben des Luftwaffe 14 Flugzeuge der Hersteller Airbus und Bombardier. Die Maschinen sollen unter anderem Regierungsmitglieder auf Kurz-, Mittel- und Langstrecken befördern.

Von RND/dpa