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13:00 23.11.2018
Die virtuelle Währung Bitcoin. Quelle: imago/Eibner Europa
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Dortmund

Besitzen Sie Bitcoins? Wenn nicht, schont das derzeit ihre Nerven: Die Digitalwährung befindet sich im rasanten Sinkflug. Vor etwa einem Jahr kostete ein Bitcoin bis zu 20 000 US-Dollar. Jetzt ist er noch etwas mehr als 4000 US-Dollar wert.

Auch gibt es im Bitcoin-Handel inzwischen Lug und Trug: Zum Beispiel lassen sich Schadprogramme nutzen, um Bit­coins zu stehlen. Das gelingt, indem die Zugangsdaten von Speichern für diese Währung ausgespäht werden. Oder es lässt sich die Leistung fremder Rechner illegal nutzen – Leistungseinbußen und ein erhöhter Stromverbrauch sind die Folgen –, um neue Bitcoins zu schürfen. Ob Bitcoins als Digitalwährung eine Zukunft haben, ist also ungewiss.

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Allerdings gilt die ihnen zugrundeliegende Blockchain-Technologie nach wie vor als wertvolle Innovation. Es handelt sich um mittels kryptografischer Verfahren verschlüsselte Datenblöcke, die miteinander verkettet sind. Weil der Datentransfer dezentral verläuft, gilt sie als sehr sicher gegen Manipulationen. Wird etwas in der Blockchain gespeichert, kann man sich sicher sein, dass es dort unverändert bleibt. Das soll etwa Geldtransfers ohne Bankinstitute oder automatisierte Geschäfte zwischen Maschinen möglich machen.

Die Blockchain-Technologie bringt Risiken mit sich, etwa für die Stabilität von Finanzsystemen. Wenn Währungen automatisiert ohne Beschränkung produziert werden können, ist ein Hyperflation möglich. Deshalb wird sich eine Lex Cryptographica als flexible Regulierung kaum vermeiden lassen.Paradoxerweise müssten es dabei eigene Finanz-Algorithmen sein, die die Blockchain überwachen.

Tobias Gostomzyk ist Medienrechtler an der TU Dortmund.

Von Tobias Gostomzyk