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Deutschland/Welt Land verbietet Hells Angels in Kiel
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Land verbietet Hells Angels in Kiel
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13:56 31.01.2012
Ein Polizeibeamter des Mobilen Einsatzkommandos steht am Morgen vor dem Treffpunkt der Hells Angels in Kiel.
Ein Polizeibeamter des Mobilen Einsatzkommandos steht am Morgen vor dem Treffpunkt der Hells Angels in Kiel. Quelle: dpa
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Kiel

Sieben Wohnungen und die Kneipe der Hells Angels im Rotlichtmilieu am Hafen waren von der Polizeiaktion betroffen. Wie ein Sprecher der Landespolizei ergänzte, mussten die Sicherheitskräfte sich dabei zu nicht geöffneten Wohnungstüren mit Spezialwerkzeug Zutritt verschaffen.

Mit der Aktion sollte das von Innenminister Klaus Schlie (CDU) mit Datum 18. Januar erlassene und bisher öffentlich nicht bekannte Vereinsverbot den 25 Mitgliedern der Rockergruppe förmlich zugestellt und das Vereinsvermögen beschlagnahmt werden. Es sei nicht um die Vollstreckung von Haftbefehlen oder die konkrete Verfolgung von Straftaten gegangen, erläuterte der Polizeisprecher.

Der Verein "Hells Angels" in Kiel verfolge das Ziel, Gebiets- und Machtansprüche auf dem kriminellen Sektor gegenüber verfeindeten Rocker-Organisationen wie den "Bandidos" und den "Mongols" durchzusetzen, begründete Innenminister Schlie in einer Prerssemitteilung das Verbot. Auf das Konto des Vereins gingen Gewalttaten, unerlaubter Waffenbesitz, Straftaten im Zusammenhang mit der Prostitution und dem Betäubungsmittelgesetz.

Am Nachmittag (16 Uhr) werden Minister Schlie und die Polizeiführung auf einer Pressekonferenz in Kiel über das Ergebnis der Razzia informieren.

Nach dem Verbot der "Hells Angels" Flensburg und der "Bandidos" Neumünster im April 2010 handelt es sich das dritte Vereinsverbot im Kampf gegen Rockerkriminalität. Laut Landeskriminalamt gibt es im Norden noch Clubs der "Hells Angels" in Lübeck und in Norderstedt sowie der "Bandidos" in Bad Segeberg. In den vergangenen Jahren hatten blutige Auseinandersetzungen verfeindeter Rockergruppierungen immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Vor allem die Revierkämpfe zwischen "Hells Angels" und "Bandidos" hatten die Behörden auf den Plan gerufen. (dpa)