Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland/Welt Lafontaine will offenbar Bundestagsmandat abgeben
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Lafontaine will offenbar Bundestagsmandat abgeben
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:41 22.01.2010
Nach überstandener Krebsoperation wieder auf der politischen Bühne zurück: Linksparteichef Oskar Lafontaine.
Nach überstandener Krebsoperation wieder auf der politischen Bühne zurück: Linksparteichef Oskar Lafontaine. Quelle: dpa
Anzeige

Linksparteichef Oskar Lafontaine will offenbar sein Bundestagsmandat aufgeben, den Fraktionsvorsitz im saarländischen Landtag aber behalten. Über diese Entscheidung werde Lafontaine am Samstag den Bundesvorstand in Berlin informieren, verlautete am Donnerstagabend aus zuverlässiger Quelle. Ob er auf dem Bundesparteitag im Mai erneut für den Vorsitz der Linken kandidieren werde, wolle er sich dagegen jedoch vorläufig offenhalten.

Sprecher von Partei und Fraktion kommentierten diese Informationen am Abend nicht. Zuvor hatte ein Sprecher der Linken mit Blick auf den Termin am Samstag gesagt: „Lafontaine als Vorsitzender kann natürlich immer an Vorstandssitzungen teilnehmen.“

Der 66-jährige Politiker hatte sich im Dezember einer Krebsoperation unterziehen müssen. Seine weitere politische Zukunft wollte er von dem Genesungsprozess und den ärztlichen Prognosen abhängig machen. Am Dienstag trat er dann bei einem Neujahrsempfang der Bundestagsfraktion der Linken in Saarbrücken erstmals wieder bei einer politischen Veranstaltung auf.

Bartsch zum Vizechef der Linksfaktion gewählt

Am Donnerstag wählte die Bundestagsfraktion der Linken zudem Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch zum neuen stellvertretenden Fraktionschef. 79,6 Prozent der anwesenden 66 Bundestagsabgeordneten votierten am Abend für Bartsch als einen von insgesamt sieben Stellvertretern von Fraktionschef Gregor Gysi. Sowohl Bartsch als auch Gysi zeigten sich über das Ergebnis ausdrücklich zufrieden.

Anfang der vergangenen Woche hatte Gysi Bartsch Illoyalität gegenüber Parteichef Lafontaine vorgeworfen und ihm indirekt den Rückzug von dem Posten als Bundesgeschäftsführer nahegelegt. Bis zum Rostocker Parteitag im Mai wird Bartsch jedoch das Amt weiter ausüben. Das Amt des stellvertretenden Fraktionschefs war Bartsch schon vor Tagen von Fraktionschef Gysi angetragen worden - als eine Art Entschädigung dafür, dass er den Posten des Bundesgeschäftsführers aufgeben musste.

ap

Mehr zum Thema

Dietmar Bartsch wird wahrscheinlich stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Linken. Ein Sprecher teilte lediglich mit, dass am Donnerstagabend ein neuer Fraktionsvize gewählt werde. Den Namen des Kandidaten nannte er nicht.

21.01.2010

Kritik von linksaußen: Die Bundestags- und ehemalige Europaabgeordnete der Linkspartei Sahra Wagenknecht hat Beteiligungen an den Landesregierungen mit der SPD als "fragwürdig" bezeichnet. Dafür seien die Sozialdemokraten zu neoliberal.

20.01.2010

Die Spitze der Linke will bald einen Schlussstrich unter die Personalquerelen ziehen und zur Sacharbeit zurückkehren. „Statt mit unseren Inhalten waren wir fast ausschließlich mit Personalfragen in der Öffentlichkeit“, hieß es in einer am Montag.

18.01.2010