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Deutschland/Welt Kritik am Betreuungsgeld
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17:56 27.10.2009
Klaus Wowereit kritisiert die Einführung eines sogenannten Betreuungsgelds für Kinder.
Klaus Wowereit kritisiert die Einführung eines sogenannten Betreuungsgelds für Kinder. Quelle: ddp
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„Wenn man Bildungsferne der Eltern und Chancenlosigkeit von Kindern manifestieren und weiter ausbauen will, ist das zweifellos der beste Weg“, sagte der Neuköllner Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky dem Berliner „Tagesspiegel“.

Buschkowsky spekulierte zu der aus seiner Sicht wahrscheinlichen Verwendung der Mittel: „In der deutschen Unterschicht wird es versoffen, und in der migrantischen Unterschicht kommt die Oma aus der Heimat zum Erziehen, wenn überhaupt.“

Nach seiner Einschätzung wird damit „das Leben von sozialen Transferleistungen für die sogenannten bildungsfernen Schichten komfortabler“. Kinder würden „noch mehr zu einem Einkommensfaktor“. So konserviere die Bundesregierung die Unterschicht. Das sei „gesellschaftspolitischer Zynismus pur“, sagte Buschkowsky und fügte hinzu: „Ich bin fassungslos.“

Ab 2013 plant Schwarz-Gelb laut Koalitionsvertrag ein Betreuungsgeld, das als Alternative zu der dann gesetzlich zugesicherten Kinderbetreuung gezahlt werden soll. Vorgesehen ist eine Höhe von 150 Euro für zu Hause betreute Kinder im Alter unter drei Jahren.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) unterstützte Buschkowsky. Er habe recht, wenn er die Pläne als absoluten Unsinn bezeichne. Damit blieben gerade die Kinder der Kita fern, die es „am dringendsten nötig hätten“. Das helfe weder den Kindern, noch den Eltern. Im schlimmsten Fall würden „Schulversager“ produziert. Dagegen müsse man vorgehen, sagte Wowereit.

ddp