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Deutschland/Welt Kriminalität steigt leicht
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14:42 17.05.2012
Die Kriminalität in Deutschland ist angestiegen.
Die Kriminalität in Deutschland ist angestiegen. Quelle: dpa (Symbolbild)
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Berlin

Erstmals seit sieben Jahren ist die Kriminalität in Deutschland wieder leicht angestiegen. Nach der am Mittwoch vorgelegten „Polizeilichen Kriminalstatistik“ wurden im vergangenen Jahr 5,99 Millionen Straftaten registriert. Dies bedeutet einen Zuwachs um ein Prozent im Vergleich zu 2010. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) verurteilte bei der Vorlage der Zahlen vor allem zunehmende Gewalt gegen Polizisten - und forderte aus aktuellem Anlass die Fußball-Vereine zum Durchgreifen gegen Hooligans auf.

Die Aufklärungsquote bei allen Straftaten sank von 56,0 auf 54,7 Prozent. Wie in den Vorjahren dominieren Diebstahldelikte mit einem Anteil von 40,1 Prozent an der Gesamtkriminalität. 2011 sind diese Delikte um 4,4 Prozent angestiegen. Besonders stark zugenommen haben Wohnungseinbrüche. Bei der Gewaltkriminalität wurde dagegen ein leichter Rückgang verzeichnet. Dies sei jedoch „keine Trendwende“, sagte Friedrich.

Auch die Straßenkriminalität hat leicht um 2,2 Prozent zugenommen. Im Vergleich zu 1993 wurden allerdings mehr als eine Million Delikte weniger registriert - ein Minus von 42 Prozent. Auch die Kriminalität insgesamt ist in diesem Zeitraum um 11,3 Prozent zurückgegangen. Die Aufklärungsquote stieg von 43,8 auf jetzt 54,7 Prozent.

Erstmals erfasst die Statistik auch Gewalt gegen Polizisten „in Ausübung ihres Dienstes“. 54.800 Beamte wurden Opfer einer Straftat. „Das ist etwas, was wir nicht hinnehmen können“, sagte Friedrich.

Die Zahl der erfassten Fälle sexuellen Missbrauchs von Kindern stieg 2011 um 4,9 Prozent. Nach Expertenansicht muss aber mit einer hohen Dunkelziffer gerechnet werden. Massiv zugenommen hat mit einem Plus von 23,3 Prozent der Besitz und die Beschaffung von Kinderpornografie.

Regional wurden erneut große Unterschiede ermittelt. In Bayern gab es wieder die wenigsten Straftaten pro 100.000 Einwohner. Dahinter folgt Baden-Württemberg. Die meisten Straftaten gab es in den Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg. Unter den  Großstädten hat München die geringste Kriminalitätsrate, Frankfurt/Main die höchste.

Die Vize-Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Christine Lambrecht, warf Friedrich vor, er glaube seiner eigenen Statistik nicht. Obwohl die Gewalttaten von Jugendlichen um 10,7 Prozent zurückgegangen seien, habe die Koalition den umstrittenen „Warnschussarrest“ für jugendliche Straftäter eingeführt.

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) machte „völlig verfehlte Sparmaßnahmen bei der Polizei“ für die Entwicklung verantwortlich. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) nannte vor allem den Wegfall der Grenzkontrollen Ende 2007 als Ursache des Anstiegs der Kriminalität.

dpa