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Deutschland/Welt Krankenkassen drohen mit höheren Beiträgen
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Krankenkassen drohen mit höheren Beiträgen
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10:40 06.08.2009
Die Kosten für die Imfung gegen die Schweinegrippe in Deutschland werden mit rund 550 Millionen Euro veranschlagt.
Die Kosten für die Imfung gegen die Schweinegrippe in Deutschland werden mit rund 550 Millionen Euro veranschlagt. Quelle: Lohnes/ddp
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Die Krankenkassen halten eine Beitragserhöhung bereits zum 1. Oktober für notwendig, wenn sie für die Kosten der Schweinegrippen-Impfung aufkommen müssen. Das berichtet die „Bild“-Zeitung am Donnerstag unter Berufung auf eine Stellungnahme des GKV-Spitzenverbandes zur geplanten Impf-Verordnung der Bundesregierung. Sofern die Impfungen nicht mit Steuergeldern bezahlt würden, wäre die Erhöhung des allgemeinen Beitragssatzes eine Alternative, heißt es dem Bericht zufolge in dem Papier des GKV-Spitzenverbandes. Die werde dann voraussichtlich zum 1. Oktober wirksam.

Durch die geplante Massenimpfung entstehe ein „unvorhersehbarer Ausgabenanstieg“ bei den Krankenkassen in diesem und im nächsten Jahr, begründet der Verband laut „Bild“ seine Forderung. Allein die Impfkosten beliefen sich auf bis zu eine Milliarde Euro. Die Kassen erwarten demnach zusätzlich bis zu 125 Millionen Euro Verwaltungskosten, wenn sie - wie von der Regierung vorgesehen - Risiko-Patienten mit bestimmten chronischen Erkrankungen unter ihren Versicherten ausfindig machen und anschreiben müssten.

In diesem Zusammenhang üben die Kassen dem Bericht zufolge heftige Kritik an der Impfverordnung der Bundesregierung. Die Ermittlung von Versicherten mit bestimmten Krankheiten sei ihnen wegen fehlender Informationen in vielen Fällen gar nicht möglich. Das sei zudem mit einem „erheblichen datentechnischen Aufwand“ verbunden, der „nicht von allen Krankenkassen bewältigt werden“ könne, heißt es in der Stellungnahme.

Die Kassen befürchten zudem, dass viel Impfdosen ungenutzt vernichtet werden müssen, wenn die Impfungen nicht durch die Gesundheitsämter erfolgen. Denn die Impfdosen seien leicht verderblich und würden nur in Zehner-Packs abgegeben. Wenn Hausärzte nur wenige Patienten impften, müssten sie den Rest der angebrochenen Impfdosis vernichten. In diesem Fall sei „mit einem angesichts der Knappheit des Impfstoffs nicht hinnehmbaren Verlust von Impfdosen zu rechnen“, heißt es laut „Bild“-Zeitung in der Verbands-Stellungnahme.

afp