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Deutschland/Welt Kopf-an-Kopf-Duell am Hindukusch
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19:48 25.08.2009
Amtsinhaber Hamid Karsai Quelle: afp
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Danach liegt Karsai mit 40,6 Prozent der Stimmen zwar knapp in Führung, aber Abdullah sitzt ihm mit 38,7 Prozent dicht im Nacken. Insgesamt liegt Karsai nur 10 000 Stimmen vor Abdullah.

Bestätigt sich dieser Trend, dürften beide die notwendige Mehrheit von über 50 Prozent verfehlen. Damit könnte es zu einer Stichwahl kommen. Die Ergebnisse spiegeln aber nur einen Trend wider. Sie basieren lediglich auf zehn Prozent der Stimmen. Zudem zeichnete sich eine kläglich niedrige Wahlbeteiligung von um die 35 Prozent ab. Das endgültige Ergebnis wird erst im September erwartet. Insgesamt waren 31 Kandidaten angetreten, darunter auch der frühere Weltbank-Mitarbeiter Ashraf Ghani.

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Eine Stichwahl zwischen Karsai und Abdullah wird im Westen nicht ohne Sorgen gesehen. Angeblich bemühen sich die USA, einen zweiten Wahlgang zu vermeiden. Washington fürchtet nicht nur die hohen Kosten und weitere blutige Störfeuer der Taliban. Ein Duell zwischen dem Paschtunen Karsai und dem Tadschiken Abdullah könnte das Land auch gefährlich polarisieren und die ethnischen Gräben vertiefen. Die Paschtunen stellen 42 Prozent der Afghanen und sind vor allem im Süden beheimatet. Die Tadschiken, die im Norden sitzen, machen etwa 27 Prozent der Bevölkerung aus. Die Afghanen wählen meist noch entlang ethnischer Linien.

Schon deshalb war Karsai eigentlich als haushoher Favorit ins Rennen gegangen. Zudem gibt es Vorwürfe, dass er bei den Wahlen systematisch gemauschelt habe. Umso überraschender wirkt es daher, dass er nicht deutlich in Führung liegt. Allerdings blieb unklar, ob Abdullahs Hochburgen möglicherweise stärker bei den Teilergebnissen berücksichtigt wurden.

Dem Vernehmen nach basteln die USA hinter den Kulissen bereits an einer „Regierung der nationalen Einheit“, um einen zweiten Wahlgang zu vermeiden.

von Christine Möllhoff

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