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Deutschland/Welt Theresa May hat nicht nur den Machtkampf verloren, sondern die komplette Kontrolle
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Theresa May hat nicht nur den Machtkampf verloren, sondern die komplette Kontrolle
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07:14 14.03.2019
Theresa May spricht zu den Abgeordneten des Unterhauses. Quelle: House Of Commons/PA Wire/dpa
London

Das Wort historisch wird dieser Tage leider allzu häufig gebraucht, fast leichtsinnig verschwendet. Bei der Beschreibung des aktuellen Versagens der politischen Klasse Großbritanniens passt es aber leider vorzüglich. Auf offener Bühne vollzieht sich hier das beispiellose Brexit-Drama, choreographiert von der störrischen Premierministerin Theresa May, die in ihrer Amtszeit vor allem viel falsch und nur wenig richtig gemacht hat.

Die Niederlage am Dienstagabend, als ihr Deal im Parlament abermals krachend scheiterte, reiht sich in eine Serie von Schlappen ein und hat sie irreparabel beschädigt. In der Politik gibt es den schönen Begriff der lahmen Ente – nichts anderes ist die Premierministerin. Sie hat nicht nur den Machtkampf zwischen Regierung und Abgeordneten verloren, sondern auch komplett die Kontrolle. Und das ist die gute Nachricht dieser Tage.

Denn jetzt muss das Parlament übernehmen, um das Schlimmste, einen ungeordneten Brexit ohne Abkommen und Übergangsphase, zu verhindern. Allein mit dem Votum gegen das No-Deal-Szenario am Mittwochabend ist es nicht getan, eine Verlängerung des Scheidungstermins muss folgen. Dann gilt es, sich neu zu ordnen sowie überparteiliche Mehrheiten zu finden für eine alternative Form des Austritts aus der EU, um mit einem Vertrag aus der Gemeinschaft zu scheiden.

Auf Theresa May wurden in den vergangenen zwei Jahren zahllose politische Nachrufe geschrieben, sie hat sich stets weitergehangelt – von Tag zu Tag, Woche zu Woche, Monat zu Monat. Mittlerweile ist genug Schaden für die britische Bevölkerung entstanden, als dass eine Post-Brexit-Zukunft mit ihr in der Downing Street akzeptabel wäre.

Die May-Ära, sie war geprägt von Kurzsichtigkeit und Arroganz, von Ignoranz, fehlender Transparenz und parteipolitischen Spielchen. Nun muss es das endlich gewesen sein.

Von Katrin Pribyl/RND

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