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Deutschland/Welt Die Bedeutung der Stasi-Akten verblasst
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Die Bedeutung der Stasi-Akten verblasst
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08:07 16.05.2019
Archivierte Akten von inoffiziellen Mitarbeitern (IM) des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) in Berlin. Quelle: Rainer Jensen/dpa
Berlin

Die Nachricht kam eher beiläufig daher – die Nachricht nämlich, dass noch bis 2030 die Möglichkeit bestehen soll, Bewerber für den öffentlichen Dienst auf eine frühere Stasi-Tätigkeit zu überprüfen. Und anders als früher nimmt auch niemand mehr Anstoß an dieser Möglichkeit. Das hat seinen Grund: Das Thema spielt praktisch kaum noch eine Rolle.

2018 gab es exakt 167 Überprüfungs-Anträge. Mit dem Fortschreiten der Zeit dürfte die Zahl weiter sinken – bis das Thema 2030 rein biologisch betrachtet tatsächlich durch ist.

Wenn es heute um die papierene Hinterlassenschaft des Ministeriums für Staatssicherheit geht, dann in erster Linie unter dem Blickwinkel ihrer Überführung aus der Stasi-Unterlagenbehörde ins Bundesarchiv.

Der Chef der Behörde, Roland Jahn, geht 2021 in den Ruhestand. Er will anschließend eine Weltreise machen. Jahn nimmt gewissermaßen Urlaub von der DDR. Das hat durchaus etwas Symptomatisches.

Roland Jahn geht wohl auf Weltreise

Für die Minderheit der Stasi-Opfer wird es zeitlebens nie ein Thema geben, das schwerer wiegt als dieses – und das mit Recht. Viele leiden unter ihren Traumata und fühlen sich aufgrund eines Mangels an Beachtung erneut als Opfer. Das kann kein Mensch je wieder gut machen. Gleichwohl müssen es Staat und Gesellschaft so gut es geht versuchen.

Für die Mehrheit der Ost-Gesellschaft sind andere Themen heute zentraler, allem voran die Kluft zwischen Ost und West bei Einkommen und Vermögen sowie die fehlende Repräsentanz Ostdeutscher in den Eliten.

So ist etwa das Vermögen der Westdeutschen nach jüngsten Zahlen der Bundesbank viermal größer als das der Ostdeutschen. Zumindest bei der materiellen und damit sozialen und politischen Kluft wird es noch lange bleiben. Daran werden auch die bevorstehenden Jubiläen von 30 Jahre Mauerfall und Deutscher Einheit nichts ändern.

Von Markus Decker/RND

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