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Deutschland/Welt Armut bekämpfen? Das geht am besten mit Arbeit
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Armut bekämpfen? Das geht am besten mit Arbeit
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13:59 30.01.2019
In einer Ausgabestelle der Tafel werden Lebensmittel einsortiert. Quelle: Roland Weihrauch/dpa
Berlin

Es ist eine Zahl, die nachdenklich stimmt.

Fast jeder dritte Arbeitslose in Deutschland gibt an, sich nicht regelmäßig eine vollwertige Mahlzeit leisten zu können. Entsprechend äußerten sich bei einer EU-Erhebung 30,3 Prozent der deutschen Erwerbslosen, wie die „Neue Osnabrücker Zeitung“ berichtet.

Umfragen sind sicher nicht dazu geeignet, wissenschaftlich verlässlich Armut zu messen. Aber sie werfen ein Schlaglicht darauf, wie Menschen ihre eigene Situation erleben. Sozialverbände kritisieren schon lange, die Politik rechne den Bedarf des Einzelnen mutwillig klein. Hier müssen die Verantwortlichen mindestens regelmäßig ernsthaft und ergebnisoffen prüfen, ob das, was als Existenzminimum errechnet worden ist, auch der Realität standhält. Der Staat muss garantieren, dass jeder das Nötigste hat – dafür sind nicht private Organisationen wie etwa die Tafel zuständig.

Die Frage nach dem Lohnabstandsgebot

Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitiker verweisen wiederum auf das Lohnabstandsgebot. Gemeint ist damit: Wer arbeitet, soll mehr haben als derjenige, der nicht arbeitet. Das ist mehr als nur vernünftig, es ist gerecht. Natürlich darf es aber nicht dazu führen, dass Menschen das Existenzminimum beschnitten wird.

Arbeit bedeutet nicht nur die Sicherung der eigenen Lebensgrundlagen, sondern auch Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Deshalb ist es wichtig, dass die Politik alles tut, um auch Langzeitarbeitslosen wieder die Aufnahme eines Jobs zu ermöglichen.

Aus diesem Grund ist es richtig, dass die große Koalition vier Milliarden Euro in die Hand nimmt, um denen, die seit vielen Jahren aus dem Arbeitsmarkt herausgefallen sind, neue Chancen zu eröffnen. Arbeitgeber erhalten die Lohnkosten anfangs komplett ersetzt, dann sinkt der Zuschuss ab. Die Arbeitslosen erhalten, wo nötig, ein Coaching. Das alles kostet viel Geld. Aber es ist gut investiert. In Chancen und in Würde für Menschen.

Lesen Sie auch: Das hat uns Hartz IV gebracht – eine Bilanz

Von Tobias Peter/RND

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