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Deutschland/Welt Kirchentags-Bilanz: „Der Ökumene ein neues Gesicht gegeben“
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Kirchentags-Bilanz: „Der Ökumene ein neues Gesicht gegeben“
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15:45 15.05.2010
Kirchentag in München: Zahlreiche Menschen besuchen im Regen eine Podiumsdiskussion auf dem Marienplatz. Quelle: dpa
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Einen Tag vor dem Abschluss des 2. Ökumenischen Kirchentags (ÖKT) in München haben die Veranstalter am Sonnabend eine überaus positive Bilanz gezogen. „Der Kirchentag hat der Ökumene ein neues Gesicht gegeben“, sagte der evangelische ÖKT-Präsident Eckhard Nagel. Das Treffen habe eine Botschaft der Hoffnung ausgesandt. Der katholische ÖKT-Präsident Alois Glück betonte: „München hat gezeigt:
Die Ökumene ist wetterfest.“

Die beim Kirchentag gelebte Gemeinschaft über Konfessionsgrenzen hinweg mache Mut, betonte auch der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch. In München sei die bunte Vielfalt des Glaubens sichtbar geworden. Zollitsch bekräftigte: „Es gibt für mich keine Alternative zur Ökumene.“

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Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der rheinische Präses Nikolaus Schneider, hob die Impulse durch den Kirchentag ebenfalls hervor. Gleichzeitig unterstrich er die Sehnsucht der Protestanten nach dem bisher vom Vatikan verweigerten gemeinsamen Abendmahl mit den Katholiken. Die gemeinsame, am orthodoxen Ritus orientierte Feier vom Freitagabend mit gesegneten Broten an 1000 Tischen könne deshalb in der Abendmahlsfrage nur als Vorspeise verstanden werden: „Das Hauptgericht steht sozusagen noch aus.“

Zollitsch sagte dazu: „Ich verstehe die Sehnsucht, ich verstehe die Ungeduld.“ Dennoch mahnte er Geduld an, denn Fortschritte in der Abendmahlsfrage müssten theologisch sorgfältig vorbereitet sein.

Zu dem fünftägigen Kirchentag waren nach Angaben der Veranstalter rund 133.000 Teilnehmer mit Dauerkarten angereist. An Gottesdiensten, Bibelarbeiten und Diskussionsrunden nahmen zusätzlich noch jeweils rund 11.000 Tagesgäste teil.

Mit Blick auf die Finanzkrise und ihre Folgen sprach sich der Münchner Erzbischof Reinhard Marx bei einem ÖKT-Forum dafür aus, dass der entfesselte Kapitalismus international gebremst werden müsse. Die Menschen hätten sich dem Turbo-Kapitalismus nicht entschlossen genug widersetzt. Der Kapitalismus habe zur Ideologie geführt, dass die Märkte nicht mehr zu bremsen seien. Und die Menschen hätten geglaubt, sich dem entfesselten Kapitalismus anpassen zu müssen, sagte Marx am Samstag. „Die Finanzkrise ist Ausdruck dieser Ideologie, die in weite Teile der Gesellschaft hineingedrungen ist.“ Dabei sei es versäumt worden, die Entfesselung der Märkte rechtzeitig einzudämmen. Der Kirchentag unter dem Motto „Damit ihr Hoffnung habt“ geht an diesem Sonntagvormittag mit einem großen Abschlussgottesdienst auf der Theresienwiese zu Ende. Am Samstagabend stand als musikalischer Höhepunkt ein Open-Air-Konzert auf der Theresienwiese mit der deutschen Sängerin Nena auf dem Programm.

ÖKT-Veranstalter sind die beiden großen Laienorganisationen, das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) und der Deutsche Evangelische Kirchentag (DEKT). Nagel und Glück äußerten die Erwartung, dass es 2017 ein Folgetreffen geben wird. Der 1. Ökumenische Kirchentag hatte 2003 in Berlin stattgefunden.

dpa

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