Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland/Welt Katholikentag in Mannheim gestartet
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Katholikentag in Mannheim gestartet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:25 17.05.2012
In Mannheim findet der 98. Katholikentag statt.
In Mannheim findet der 98. Katholikentag statt. Quelle: dpa
Anzeige
Mannheim

Der 98. Katholikentag in Mannheim startet heute (Donnerstag) mit der inhaltlichen Arbeit. Im Anschluss an einen feierlichen Gottesdienst zu Christi Himmelfahrt beginnen thematische Podien und andere Veranstaltungen. Dabei geht es etwa um die Neuordnung der Gemeindestrukturen, den Dialog zwischen Religionen oder um die Folgen des Missbrauchsskandals.

Erwartet werden zu den Diskussionsrunden neben Kirchenvertretern und Wissenschaftlern auch Politiker. Darunter sind SPD-Chef Sigmar Gabriel und der Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Volker Kauder. An einer Veranstaltung zum Dialog der Kulturen nimmt die Halbschwester von US-Präsident Barack Obama, Auma Obama, teil.

Am Mittwochabend war der Katholikentag mit einer großen Feier auf dem Mannheimer Marktplatz eröffnet worden. Das fünftägige Laienforum mit 1200 Veranstaltungen steht unter dem Motto „Einen neuen Aufbruch wagen“. Der Veranstalter, das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK), gehen von 33.000 Dauerteilnehmern und etwa ebenso vielen Tagesgästen aus.

Zum Auftakt des Treffens hatte die Spitzenorganisation der katholischen Laien eindringlich Reformen in ihrer Kirche angemahnt. Im Alltag bestehe oft eine große Diskrepanz zwischen kirchlicher Lehre und Lebenswirklichkeit vieler Katholiken, heißt es in einem „Mannheimer Aufruf“.

Verbesserungen sind für das ZdK für Menschen nach Scheidung und Wiederheirat überfällig. Sie dürften nicht an der Eucharistie (Abendmahl) teilnehmen und fühlten sich „von ihrer Kirche verlassen“. Ähnlich gehe es konfessionsverschiedenen Paaren. Zudem fordern die Laien im „Mannheimer Aufruf“ den Zugang von Frauen in kirchliche Führungspositionen.

Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck wies dies aber zurück. Papst Johannes Paul II. habe deutlich gesagt, „dass die Kirche keine Vollmacht habe, Frauen zum Priesteramt zuzulassen. In diesem Zusammenhang ist sicherlich auch der Diakonat der Frau zu sehen“, sagte er der „Rheinischen Post“ (Donnerstag). Zudem nannte er es „wenig förderlich“, dieses Thema „wieder auf das Tablett der Öffentlichkeit zu legen“.

Viele Veranstaltungen des Katholikentags sind geprägt von den drückenden Problemen in der katholischen Kirche, die seit Bekanntwerden des Missbrauchsskandals 2010 in einer existenziellen Krise steckt. Kritische Initiativen haben dazu auch ein Alternativprogramm organisiert. Sie werfen den Organisatoren des Katholikentags vor, strittige Themen auszulassen oder nur oberflächlich zu streifen.

Papst Benedikt XVI. rief die Teilnehmer des Katholikentages in einer aus Rom überbrachten Grußbotschaft zu einem „neuen Mut des Glaubens“ auf. „Auch unser Land braucht einen neuen missionarischen, apostolischen Aufbruch“, hieß es in dem Schreiben. 

jhf/dpa