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Deutschland/Welt Kanzlerin Merkel nimmt Käßmann in Schutz
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Kanzlerin Merkel nimmt Käßmann in Schutz
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18:49 14.01.2010
EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann
EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann
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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich verwundert über die Aufregung um Äußerungen der EKD-Ratsvorsitzenden Margot Käßmann zum deutschen Afghanistan-Einsatz gezeigt. „Ich glaube, dass die Einmischung in aktuelle politische Fragen begrüßt werden sollte von der Politik. Ich muss ja nicht jede Meinung teilen“, sagte Merkel in der am Donnerstag aufgezeichneten Phoenix- Sendung „Zeitzeugen“, die am Sonntag ausgestrahlt wird.

„Die Evangelische Kirche hat sich zu vielen Fragen eine Meinung gebildet und ich glaube, auch in der Katholischen Kirche ist das durchaus üblich“, sagte Merkel. Man könne nicht immer einer Meinung sein. „Insofern kann ich mit einer solchen Meinungsäußerung sehr gelassen umgehen.“ Käßmann hatte in einer Neujahrspredigt gesagt, nichts sei gut in Afghanistan, und war dafür unter anderem vom Bundeswehrverband kritisiert worden. Bei einem anschließenden Treffen hatte Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) die Bischöfin zu einem Truppenbesuch in Afghanistan eingeladen. Die Theologin soll auch zur Führungsakademie der Bundeswehr nach Hamburg kommen, während der Minister eine Akademietagung der Evangelischen Kirche besucht.

Nun, wo Käßmann Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche sei, habe ihr Wort noch mehr Gewicht, als zur der Zeit, als sie ausschließlich Bischöfin in Hannover war, sagte Merkel. „Ich sage jetzt, dass das meine Meinung nicht ist, aber dass ich auch manche Aufregung nicht so ganz verstehen kann, weil man mit unterschiedlichen Meinungen auch leben muss“, betonte Merkel. Mit Blick auf die am 28. Januar in London stattfindende Afghanistan-Konferenz sagte Merkel, es gehe jetzt darum, eine Perspektive für die kommenden drei Jahre zu entwickeln.

lni