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Deutschland/Welt Kabinett beschließt Massenimpfung
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Kabinett beschließt Massenimpfung
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22:12 19.08.2009
Von Bernd Knebel
Gesundheitsministerin Ulla Schmidt Quelle: ddp
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Der Impfstoff befinde sich derzeit in der Testphase, sagte die Gesundheitsministerin, und könne voraussichtlich Ende September nach und nach ausgeliefert werden.

Das Bundeskabinett verabschiedete am Mittwoch die Verordnung, mit der die Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenversicherung begründet wird. Damit ist sichergestellt, dass 90 Prozent aller Bundesbürger einen Anspruch auf eine kostenlose Impfung gegen die neuartige Schweinegrippe haben. Für die zehn Prozent der Privatversicherten hat der PKV-Verband ebenfalls die Kostenübernahme zugesagt.

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Die Kosten der Impfaktion werden für 50 Prozent der Versicherten von den Krankenkassen getragen, die sich in diesem Jahr auf 600 Millionen und im kommenden Jahr auf wahrscheinlich 400 Millionen Euro belaufen dürften, sagte Schmidt. Ein Zusatzbeitrag wird deshalb von den Krankenkassen nicht erhoben. Sollten sich mehr als die Hälfte der Versicherten impfen lassen wollen, werden das Bund und Länder aus der Staatskasse zahlen.

Organisiert wird die Impfaktion von den Bundesländern, die mit öffentlichen Aufrufen die Bürger über die Möglichkeit der freiwilligen Impfung informieren werden. Die Impfung kann in Gesundheitsämtern, in Geschäftsstellen von Krankenkassen, von Ärzten in Unternehmen oder in Arztpraxen stattfinden. Die niedersächsische Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann schlug gestern vor, dass sich Hausärzte einen bestimmten Zeitraum am Tag für die Impfung freihalten, beispielsweise morgens zwischen 8 und 9 Uhr.

Die Länder haben bereits 50 Millionen Impfdosen bei zwei Herstellern bestellt und insgesamt 82 Millionen Dosen reserviert. Die notwendige zweimalige Impfung je Versicherten wird laut Verordnung 28 Euro kosten. Je Impfung kostet der Impfstoff neun Euro, und die Verabreichung wird mit jeweils fünf Euro vergütet. Praxisgebühren fallen für die Versicherten nicht an. Die Krankenkassen geben entsprechend der Zahl ihrer Versicherten einen Pauschalbetrag in einen Fonds bei den Ländern ein. Daraus wird die Impfaktion finanziert. Vorrangig sollen Menschen geimpft werden, die durch Kontakt mit Erkrankten ein höheres Risiko haben, sowie Menschen mit chronischen Erkrankungen und Schwangere.

Mit Stand vom 17. August wurden in Deutschland insgesamt 12.100 Erkrankungen registriert, 80 Prozent der Betroffenen sind Reiserückkehrer.