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Deutschland/Welt Jung schließt mehr Truppen für Afghanistan vorerst aus
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Jung schließt mehr Truppen für Afghanistan vorerst aus
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11:21 23.10.2009
Deutsche Soldaten in Afghanistan.
Deutsche Soldaten in Afghanistan. Quelle: afp
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Deutschland werde auch nach Auslaufen des Bundestags-Mandats am 13. Dezember an der derzeitigen Obergrenze von 4500 Soldaten festhalten, kündigte Jung am Freitag beim NATO-Verteidigungsministertreffen in der slowakischen Hauptstadt Bratislava an. Die Bundeswehr ist nach den USA und Großbritannien der drittgrößte Truppensteller am Hindukusch.

Eine „endgültige Entscheidung“ will die Regierung nach Jungs Angaben erst nach der internationalen Afghanistan-Konferenz fällen, die frühestens im Dezember geplant ist. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte eine Konferenz vor Jahresende vorgeschlagen, um über die Sicherheitslage am Hindukusch zu diskutieren. Ein genaues Datum gibt es aber noch nicht.

Damit wies Jung Truppenforderungen des Oberkommandeurs der Internationalen Afghanistan-Truppe (ISAF), Stanley McChrystal, erneut zurück. McChrystal wollte den Verteidigungsministern am Freitag seine Forderung nach bis zu 40.000 zusätzlichen Soldaten erläutern. Auch NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen dämpfte die Erwartungen an das Treffen der 28 Bündnisländer in Bratislava. „Es ist zu früh, um endgültige Antworten zu finden“, sagte er zum Auftakt der Abschlussberatungen.

Auch die Verteidigungsminister der Niederlande und Dänemarks zeigten sich in der Frage einer Truppenaufstockung zurückhaltend. Der niederländische Ressortchef Eimert van Middelkoop sagte, er rechne erst beim NATO-Außenministerrat Anfang Dezember mit Zusagen. Es sei „weise“, die Präsidentschafts-Stichwahl in Afghanistan am 7. November und die Entscheidung von US-Präsident Barack Obama für eine mögliche Kontingentserhöhung abzuwarten, sagte Van Middelkoop. Die USA prüfen die Entsendung von mehreren zehntausend zusätzlichen Soldaten.

Der dänische Verteidigungsminister Sören Gade rief die Bündnispartner auf, ihre Anstrengungen bei der Ausbildung der Sicherheitskräfte am Hindukusch zu verstärken. „Es ist Teil unserer Abzugsstrategie, dafür zu sorgen, dass die afghanische Armee das Sicherheitsproblem selbst bewältigen kann“, sagte Gade.

afp/ddp