Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland/Welt Prozess gegen 95-Jährigen Ex-SS-Mann soll eingestellt werden
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Prozess gegen 95-Jährigen Ex-SS-Mann soll eingestellt werden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:05 25.02.2019
Johann R. (95) zu Prozessbeginn im Rollstuhl im Landgericht Münster. Quelle: dpa
Münster

Das Verfahren gegen den früheren SS-Wachsoldaten im Konzentrationslager Stutthof bei Danzig, den 95-jährigen Johann R. aus dem Landkreis Borken, wird voraussichtlich im März endgültig eingestellt.

R. wird vor der Jugendstrafkammer des Landgerichts Münster Beihilfe zum Mord in mehreren hundert Fällen vorgeworfen. Prozessbeginn war November 2018.

Die Kammer hatte die Hauptverhandlung im Dezember 2018 mit Blick auf die vorübergehende Verhandlungsunfähigkeit des Angeklagten ausgesetzt und ein medizinisches Sachverständigengutachten angefordert.

Das liegt nun vor. Darin nimmt der Sachverständige, der den Angeklagten dreimal untersucht und zahlreiche Krankenunterlagen ausgewertet hat, ausführlich zu der Verhandlungsfähigkeit des Angeklagten Stellung, so Gerichtssprecher Steffen Vahlhaus.

Prozess-Teilnahme gesundheitsgefährdend

Nach Auffassung des Mediziners liegen derzeit keine Voraussetzungen für eine weitere Verhandlung vor. Durch seine schwere Herzerkrankung und fortschreitenden körperlichen und kognitiven Einschränkungen sei R. nicht mehr in der Lage, einem Strafprozess in angemessenem Maße zu folgen. Transport zum und Teilnahme am Prozess seien gesundheitsgefährdend.

Die hochgradige Herzschädigung sei nicht reversibel, „so dass die Verhandlungsunfähigkeit des 95jährigen Angeklagten mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit dauerhaft fortbestehen“ werde.

Die Kammer beabsichtigt nun eine Verfahrenseinstellung wegen eines Verfahrenshindernisses, so Vahlhaus. Er rechnet mit der endgültigen Entscheidung der Kammer für Mitte März 2019.

Grauenhafte Folter im KZ Stutthof

Johann R., den seine SS-Kameraden „Bubi“ nannten, weil er damals sehr jung gewesen war, gehörte zur 3. Kompanie des SS-Totenkopfsturmbanns, die die Wachmannschaft des Konzentrationslagers Stutthof bei Danzig stellte. Überlebende schilderten grauenvolle Dinge, die dort mit Gefangenen gemacht wurden.

Lesen Sie auch: Einer der letzten Auschwitz-Wachmänner vor Gericht

Häftlinge wurde Benzin oder Phenol ins Herz gespritzt, die Menschen wurden vergast oder ertränkt oder von Hunden totgebissen. Oberstaatsanwalt Andreas Brendel sagt bei der Verlesung der Anklage: „Es gibt kaum eine Tötungsart, die es in Stutthof nicht gegeben hat.“

Johann R. muss sich vor der Jugendkammer verantworten, weil er zur Tatzeit noch keine 21 Jahre alt war. Er gehört aufgrund seines Alters zu den letzten NS-Angeklagten in Deutschland.

Von Thoralf Cleven/RND

US-Präsident Donald Trump hat den Nationalen Notstand ausgerufen – und damit im Abgeordnetenhaus für Aufregung gesorgt. Nun planen einige Kongressmitglieder eine Resolution gegen den Beschluss. Das Problem: Am Ende brauchen sie Trumps Unterschrift.

25.02.2019

Kurz vor dem weltweit viel beachteten Gipfel zwischen Kim Jong Un und Donald Trump in Vietnam haben sich zwei Doppelgänger der beiden Politiker vor Ort ablichten lassen. Erst schritt die Polizei ein – dann bekam Kims Doppelgänger offizielle Post.

25.02.2019

Es soll ein Bekenntnis zu Deutschland als Einwanderungsland sein: Das Land Berlin gründet eine Einwanderungsbehörde. Die Ausländerbehörde wird dafür abgeschafft. Berlin wächst vor allem durch den Zuzug von Ausländern, Flüchtlinge bilden dabei eine Minderheit.

25.02.2019