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Deutschland/Welt Jetzt kommt die Großelternzeit
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21:54 14.03.2012
Von Gabi Stief
Familienministerin Schröder hat den Ausbau der „Großelternzeit“ angekündigt. Quelle: dpa
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Berlin

Als konkrete Maßnahme kündigte Schröder den Ausbau der „Großelternzeit“ an. Berufstätige sollen leichter als bisher eine Auszeit nehmen können, um die Enkelkinder zu betreuen. Das Ministerium will außerdem eine flexiblere Gestaltung der Elternzeit prüfen. Die Empfehlung der Experten, das Angebot an Teilzeitbeschäftigung stärker an den Wünschen der Eltern zu orientieren, ist dagegen in der Bundesregierung umstritten. Opposition und Verbände kritisierten, dass die Ministerin die Arbeitgeber nicht stärker in die Pflicht nehmen will.

Die geplanten Änderungen betreffen überwiegend die dreijährige Elternzeit. Bereits heute müssen die vollen drei Jahre Auszeit nicht gleich nach der Geburt des Kindes in Anspruch genommen werden. Künftig sollen aber nicht nur zwölf, sondern 24 Monate aufgespart werden können. Bislang muss der Anspruch bis zum achten Lebensjahr des Kindes eingelöst werden; künftig soll dies bis zum 14. Lebensjahr möglich sein. Es bleibt jedoch dabei, dass das Einverständnis des Arbeitgebers Voraussetzung für die Elternzeit ist.

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Die Freistellung für die Betreuung der Enkel ist bislang nur dann möglich, wenn es um die Entlastung von Müttern oder Vätern geht, die jünger als 21 Jahre und noch in der Ausbildung sind. Die Familienministerin will diese Einschränkung nun im Gesetz streichen, um allen einen Anspruch auf eine dreijährige „Großelternzeit“ zu gewähren. Der Empfehlung des Familienberichts, eine Verkürzung der Elternzeit zu prüfen, will Schröder nicht folgen.

Der Bericht, der sich ausführlich dem Thema „Zeit für Familie“ widmet, kommt zu dem Ergebnis, dass die gängigen Arbeitszeiten häufig nicht den Wünschen der Eltern entsprechen. „Arbeitswochen von 40 Stunden scheinen gerade für Männer mit Kindern unter sechs Jahren unattraktiv zu sein“, schreiben die Sachverständigen. Väter würden gern weniger arbeiten, Frauen würden ihren Teilzeitjob lieber ausweiten. Es gehe nicht um mehr Zeit, sondern um Zeitumverteilung, meinen die Experten.

Zudem beklagt der Bericht, dass der „klassische Karrierepfad“ nach wie vor keine Unterbrechung der Berufslaufbahn toleriere. 77 Prozent der Frauen in Führungspositionen seien kinderlos. Verantwortungsvolle Tätigkeiten würden in den Unternehmen vielfach Mitarbeitern übertragen, die eine „hohe zeitliche Verfügbarkeit aufweisen“.

Die familienpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Caren Marks, vermisste Korrekturen beim Arbeitsrecht und mahnte zu einem zügigen Ausbau der Kinderbetreuung. Auch die Caritas forderte eine stärkere Berücksichtigung der Familie im Arbeitszeitrecht. Die Diakonie begrüßte die Empfehlung der Experten, Angebote in den Kommunen zur Entlastung von Familien auszubauen.

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