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Deutschland/Welt Jamaikas Vize-Polizeichef spricht von „Krieg“ mit Kriminellen
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Jamaikas Vize-Polizeichef spricht von „Krieg“ mit Kriminellen
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11:43 25.05.2010
Die  Anhänger des gesuchten Gangsters Christopher „Dudus“ Coke haben Barrikaden errichten.
Die Anhänger des gesuchten Gangsters Christopher „Dudus“ Coke haben Barrikaden errichten. Quelle: dpa
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In dem von Kämpfen zwischen schwer bewaffneten Bandenmitgliedern und Sicherheitskräften erschütterten Karibikstaat Jamaika haben Polizei und Armee immer mehr Mühe, die Lage unter Kontrolle zu halten. Der stellvertretende Polizeichef Glenmore Hinds sprach am Montag (Ortszeit) von einem „Krieg“ gegen die Banden. Am Montagabend wurden mindestens vier Menschen getötet, als Polizei und Soldaten ein Viertel im Stadtteil Tivoli Gardens der Hauptstadt Kingston stürmten und Barrikaden durchbrachen, die von Anhängern des gesuchten Gangsters Christopher „Dudus“ Coke errichtet wurden.

Nach Angaben des Sicherheitsministers Dwight Nelson wurden drei Bandenmitglieder und ein Soldat getötet. Zudem gebe es bislang unbestätigte Hinweise auf weitere Tote unter Zivilisten, sagte Nelson. Mehrere mutmaßliche Bandenmitglieder seien im Tivoli-Viertel festgenommen worden, Coke sei allerdings nicht darunter. Während des Einsatzes erschütterten Explosionen das Wohngebiet, Rauchwolken standen über den Dächern. Die Polizei forderte die Einwohner der Hauptstadt auf, in ihren Häusern zu bleiben. Die US-Botschaft stellte bis auf weiteres alle nicht zwingend erforderlichen Dienste ein.

Die USA wollen Coke den Prozess machen und fordern seine Auslieferung. Das US-Justizministerium bezeichnete ihn als einen der „weltweit gefährlichsten“ Drogenbarone. Coke soll seit 1990 einen international agierenden Drogenring namens The Shower Posse anführen, der laut US-Ermittlern Marihuana und Crack vor allem in den Großraum New York liefert. Im August wurde Coke in den USA formell angeklagt. Im Falle einer Auslieferung und Verurteilung droht ihm eine lebenslange Haftstrafe. Coke hat in Jamaika jedoch zahlreiche Unterstützer.

afp