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Deutschland/Welt Iranische Abgeordnete fordern Todesstrafe für Oppositionelle
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Iranische Abgeordnete fordern Todesstrafe für Oppositionelle
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20:08 15.02.2011
Hunderte Iraner protestierten in Teheran in der vergangenen Woche gegen Ägyptens Präsidenten Mubarak. Auch gegen das Regime ihres Landes wurde Stimmen laut.
Hunderte Iraner protestierten in Teheran in der vergangenen Woche gegen Ägyptens Präsidenten Mubarak. Auch gegen das Regime ihres Landes wurde Stimmen laut. Quelle: Reuters
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Die Oppositionsführer Mir-Hossein Mussawi und Mehdi Karubi hatten zuvor zu Kundgebungen aufgerufen. US-Präsident Barack Obama ermutigte die Iraner, ihre Proteste fortzuführen.

Während der Parlamentsdebatte in Teheran riefen regierungstreue Abgeordnete: „Mussawi und Karubi müssen gehenkt werden.“ Ihre Rufe richteten sich außerdem gegen den ehemaligen Präsidenten und Unterstützer der Oppositionsbewegung, Mohamed Chatami, sowie gegen die USA und Israel. 223 der 290 Parlamentarier forderten in einem schriftlichen Aufruf „die schwerste Strafe“ für die Männer.

Mussawi und Karubi, die seit Tagen unter Hausarrest stehen, hatten für Montag eine Kundgebung aus Solidarität mit den Protestbewegungen in Ägypten und Tunesien beantragt. Obwohl die Regierung die Proteste gegen die Machthaber in Kairo und Tunis unterstützte, verbot sie die Demonstration im eigenen Land. Tausende kamen dem Aufruf dennoch nach und versammelten sich im Zentrum Teherans.

Bei Zusammenstößen zwischen Polizei und Oppositionsanhängern wurden mindestens ein Mensch getötet und mehrere weitere verletzt. Nach Oppositionsangaben wurden bei den Protesten hunderte Menschen festgenommen. Es handelte sich um die größte Demonstration seit gut einem Jahr. Damals richteten sich die Proteste gegen die umstrittene Wiederwahl von Staatschef Mahmud Ahmadinedschad im Juni 2009.

Bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus sagte Obama, er hoffe, die Iraner hätten „den Mut“, weiter ihrem „Streben nach mehr Freiheit“ Ausdruck zu verleihen. Anders als in Ägypten habe die iranische Führung auf die Proteste reagiert, indem sie „Menschen erschossen, Menschen geschlagen, Menschen festgenommen“ habe.

dpa