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Deutschland/Welt Innenministerium warnt vor Panik wegen Terrorgefahren
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Innenministerium warnt vor Panik wegen Terrorgefahren
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14:52 24.09.2009
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Berlin. Das Bundesinnenministerium hat angesichts eines Presseberichts über eine angeblich höher als bislang bekannte Terrorgefahr in Deutschland vor Panikmache gewarnt. „Es gibt keinen Grund zur Panik“, sagte ein Ministeriumssprecher am Donnerstag in Berlin. Die „Bild“-Zeitung hatte zuvor berichtet, dass die Gefahr eines Terroranschlags in Deutschland offenbar akuter als bisher bekannt sei.

Es gebe eine „abstrakte Gefährdung“, das belegten die Drohbotschaften, sagte der Ministeriumssprecher. Diese werde ernst genommen, und die Sicherheitsbehörden täten das, was sie könnten. Die „Bild“-Zeitung hatte über neue Geheimdienst-Warnungen vor einem Anschlag möglicherweise auf eine Passagiermaschine mit Boden-Luft-Raketen berichtet. Als besonders bedroht gelte der Flughafen in Frankfurt am Main. Der US-Geheimdienst CIA habe in den vergangenen Wochen zahlreiche Funksprüche des Terrornetzwerks El Kaida abgefangen. Aus Sicherheitskreisen hieß am Donnerstag allerdings, es gebe keine Meldungen der US-Sicherheitsdienste, die in diese Richtung gingen.

Die USA riefen derweil ihre Staatsbürger in Deutschland wegen der jüngsten Terrorvideos zu erhöhter Wachsamkeit auf. Das Außenministerium in Washington veröffentlichte einen entsprechenden Hinweis auf seiner Internetseite. Darin heißt es: „El Kaida hat unlängst ein Video verbreitet, in dem Deutschland klar bedroht wird. “ Deshalb sollten US-Bürger, die sich in Deutschland aufhalten, besonders vorsichtig sein und möglichst wenig auffallen.

Das Terrornetzwerk El Kaida hatte im Vorfeld der Bundestagswahl am Sonntag seine Drohungen gegen Deutschland verstärkt. Zunächst wurde am vergangenen Freitag im Internet ein Drohvideo veröffentlicht, in dem das aus Bonn stammende mutmaßliche El-Kaida-Mitglied Bekkay Harrach mit Anschlägen droht. Am Sonntag tauchte ein weiteres Video im Internet auf, in dem sich Harrach erneut zu Wort meldete.

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland distanzierte sich von den Drohungen und forderte Aussteigerprogramme. An die Adresse von Harrach schrieb der Generalsekretär des Zentralrats, Aiman Mazyek, in einem Gastbeitrag für welt.de: „Wenn Sie, Herr Harrach, wie Sie sagen, Gott lieben, dann kann es nur eine Konsequenz für Sie geben: Von der Gewalt gegen Deutschland abzuschwören und sich den Behörden zu stellen.“ Die “überwältigende Mehrheit“ der Muslime in Deutschland sei friedlich. Mazyek bemängelte zugleich, dass es kaum Programme und Beratungsstellen für extremismusgefährdete Muslime gebe. Die Politik müsse auf die Muslime zugehen und mit ihnen Aussteigerprogramme entwickeln. afp

24.09.2009
Mathias Philipp 23.09.2009