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Deutschland/Welt Immer weniger jugendliche Flüchtlinge ohne Familie in Deutschland
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Immer weniger jugendliche Flüchtlinge ohne Familie in Deutschland
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05:00 05.10.2018
Die Zahl der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge, die in Deutschland Asyl beantragen, ist stark zurückgegangen. Quelle: dpa
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Berlin

Die Zahl der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge, die in Deutschland Asyl beantragen, ist deutlich zurückgegangen. Das geht aus einem Bericht des Bundesfamilienministeriums hervor, der dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt. 2017 stellten demnach 9084 Minderjährige, die allein nach Deutschland gereist waren, einen Asylantrag. 2016 waren es noch 35 939 gewesen. Das entspricht einem Rückgang um knapp 75 Prozent. Die meisten Anträge stammten von Jugendlichen aus Afghanistan, Syrien, Irak und Eritrea.

2017 ist den Angaben zufolge über 24 930 Asylanträge unbegleiteter Minderjähriger entschieden worden. „Die Gesamtschutzquote lag bei 77,8 Prozent“, heißt es in dem Bericht. 69,3 Prozent der Afghanen, 97,9 Prozent der Syrer sowie 86,0 Prozent der Iraker erhielten einen Schutzstatus. „Die unbegleiteten Minderjährigen werden in der Regel gut und bedarfsgerecht versorgt“, heißt es in dem Regierungsbericht. Im ersten Halbjahr 2017 wurden laut Bundesregierung 86 unbegleitete Minderjährige an Deutschlands Grenzen zurückgewiesen.

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Abschiebungen Jugendlicher, die keinen Schutzstatus bekamen, gab es in diesem Zeitraum nicht. Die Hürden für Rückführungen sind bei Minderjährigen besonders hoch: Wenn im Herkunftsland keine Übergabe an ein Familienmitglied oder eine geeignete Aufnahmeeinrichtung gesichert werden kann, ist eine Abschiebung nicht möglich.

Laut Bericht sehen Länder und Fachverbände die schulische und berufliche Integration anerkannter minderjähriger Flüchtlinge ohne Familie als besonders große Herausforderung an – neben der Suche nach geeignetem Wohnraum.

Von Rasmus Buchsteiner/RND