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Deutschland/Welt Ibiza-Video: Ex-FPÖ-Politiker Gudenus äußert Verdacht auf K.o-Tropfen
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Ibiza-Video: Ex-FPÖ-Politiker Gudenus äußert Verdacht auf K.o-Tropfen
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20:53 21.05.2019
Johann Gudenus war nach Bekanntwerden des Videos von seinem FPÖ-Posten zurückgetreten. Quelle: imago images / Eibner Europa
Wien

Ein Wiener Anwalt soll laut Ex-FPÖ-Politiker Johann Gudenus die Treffen vermittelt haben, die letztlich zum Skandal-Video auf Ibiza führten. Das sagte Gudenus, der auf dem Video für den damaligen FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache dolmetscht, dem „Kurier“.

„Eine Immobilienmaklerin, die mit uns seit Langem befreundet ist, hat angerufen und gesagt, da interessiert sich jemand für euer Jagdgrundstück“, behauptete Gudenus im Gespräch mit der Zeitung. „Der Anwalt hat dann den weiteren Kontakt gelegt, hat mir bestätigt, dass die Identitäten der Herrschaften echt sind“, wird Gudenus weiter zitiert.

Ein erstes Treffen in Wien, bei dem auch die vermeintliche Oligarchen-Nichte dabei gewesen sein soll, hat es demnach am 24. März 2017 gegeben. Auch der Wiener Anwalt sei dabei gewesen, auf Ibiza dagegen nicht, erklärte Gudenus.

Schwere politische Krise

Den Namen des Anwalts erwähnt der „Kurier“ in seinem Beitrag nicht, er sei der Redaktion aber bekannt. „Ich ersuche namens meines Mandanten um Verständnis, dass dieser aufgrund von Verschwiegenheitsverpflichtungen für ein Gespräch nicht zur Verfügung stehen kann“, teilte der Anwalt des Anwalts der Zeitung mit. „Bitte beachten Sie strikt, dass mein Mandant keine Zustimmung zu identifizierender Berichterstattung erteilt.“

Das Skandal-Video aus Ibiza aus dem Sommer 2017 hat zu einer schweren Regierungskrise in Österreich geführt. Inzwischen sind keine FPÖ-Politiker mehr Teil der Regierung. Strache ist auch als FPÖ-Chef zurückgetreten. Gudenus verließ die Partei.

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Unterdessen hat Gudenus der österreichischen Nachrichtenagentur APA gegenüber die Sorge geäußert, dass es nicht bei dem ersten Video bleiben wird. „Ich befürchte weiteres Material, das mich in kompromittierenden Situationen zeigt“, sagte er der Agentur. Das sei neben dem schon bekannten Video ein weiterer Grund für seinen Rückzug gewesen.

Zu seinem Zustand währendes des Treffens sagte Gudenus der APA: „Ich war in dieser längeren Zeitspanne sichtlich in einer Ausnahmesituation. Erschöpft, überarbeitet, nahe einem Burn-out und in einer persönlichen Krise. Zu wenig Schlaf, zu viel Alkohol, gemixt mit Energydrinks, und psychotrope Substanzen, um die innere Anspannung und Unruhe zu bekämpfen.“

Er sehe sich, so zitiert APA den Politiker weiter, als „willkommenes und willfähriges Opfer“, das man „womöglich zusätzlich mit K.o.-Tropfen oder ähnlichen Substanzen und Drogen“ gefügig gemacht habe. Ihm würden streckenweise Erinnerungen über Stunden hinweg fehlen, so Gudenius – „und ich weiß auch nicht mehr, was ich in diesen Zuständen von mir gegeben habe beziehungsweise welche Handlungen daraus resultierten“.

Von RND/dpa/das