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Deutschland/Welt Papst Franziskus erstmals in den Emiraten empfangen
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15:05 04.02.2019
Scheich Mohammed bin Said Al Nahjan (r), Kronprinz von Abu Dhabi, begrüßt Papst Franziskus vor dem Eingang des Präsidentenpalastes. Quelle: Gehad Hamdy/dpa
Abu Dhabi

Unter Beobachtung von Menschenrechtlern hat Papst Franziskus seinen historischen Besuch auf der arabischen Halbinsel begonnen. Am Montag sicherte er den Emiratis seine Gebete zu und trug sich in ein Gästebuch im Präsidentenpalast in Abu Dhabi ein. In kleiner Handschrift und auf Englisch bedankte sich Franziskus für den herzlichen Empfang und die Gastfreundschaft. Indes forderte Human Rights Watch den Papst auf, während seines Besuchs Menschenrechtsverletzungen im Jemen anzuprangern.

Es handelt sich um die erste Reise eines katholischen Kirchenoberhaupts auf die arabische Halbinsel, dem Geburtsort des Islam. Für Montagnachmittag war ein Treffen mit dem muslimischen Ältestenrat zum interreligiösen Dialog geplant. Franziskus' 40-Stunden-Aufenthalt in Abu Dhabi soll am Dienstag mit einer Messe abschließen. Dabei werden 135 000 Menschen erwartet - so viele christliche Gläubige sind noch nie zu einem öffentlichen Gottesdienst auf der arabischen Halbinsel zusammengekommen.

Am Montag wurde der Papst zunächst mit Kanonenschüssen und Militärflugzeugen begrüßt. Sicherheitsleute zu Pferd begleiteten sein Auto. Eine Kapelle mit Dudelsackspielern musizierte zum Empfang auf dem roten Teppich. Er sei „erfreut“, den Papst zu treffen, sagte der Thronfolger in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Scheich Mohammed bin Said Al Nahjan.

Der Kronprinz veröffentlichte via Twitter Fotos von seiner Zusammenkunft mit Franziskus. Dazu beschrieb er die Vereinigten Arabischen Emirate als „Heimat der Toleranz“. Sie hätten unter anderem über Zusammenarbeit und Dialog sowie Initiativen gesprochen, um Frieden und Stabilität zu erreichen.

Menschenrechtsorganisation forderte Papst zu kritischen Worten auf

Die Vereinigten Arabischen Emirate unterstützen die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition im Jemenkrieg. Riad kämpft dort seit 2015 gegen die Huthi-Rebellen. Der Konflikt hat den Jemen in die schlimmste humanitäre Krise weltweit getrieben. Nach UN-Angaben brauchen 80 Prozent der jemenitischen Bevölkerung Hilfe.

In einem am Montag veröffentlichten Brief warf die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch der saudischen Militärkoalition vor, Wohnhäuser, Märkte und Schulen im Jemen bombardiert und zugleich verhindert zu haben, dass Hilfe Bedürftige erreiche. HRW kritisierte außerdem die Behörden der Vereinigten Arabischen Emirate: Sie hielten Kritiker, politische Gegner und Menschenrechtler willkürlich fest oder sorgten dafür, dass sie verschwänden.

Die Gruppe rief den Papst auf, Anführer des internationalen Drucks auf die Emirate zu sein. Trotz ihrer Behauptungen über Toleranz habe die Regierung des Landes kein Interesse daran gezeigt, ihre Menschenrechtsbilanz zu verbessern.

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Von RND/AP