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Deutschland/Welt Hauptermittler im Mordfall Benazir Bhutto erschossen
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Hauptermittler im Mordfall Benazir Bhutto erschossen
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18:20 03.05.2013
Unbekannte sollen von einem Motorrad Chaudhry Zulfiqar nahe dessen Haus in Islamabad erschossen haben. Quelle: Md Nadeem

Unbekannte hätten am Freitag von einem Motorrad aus das Feuer auf Chaudhry Zulfiqars Auto in Islamabad eröffnet, sagte ein Polizeisprecher.

Zulfiqars Leibwächter sei verletzt worden. Eine Passantin sei gestorben, als Zulfiqar die Kontrolle über seinen Wagen verlor und die Frau überfuhr.

Der Staatsanwalt vertrat das pakistanische Bundeskriminalamt (FIA) in dem Fall, in dem auch gegen den damaligen Militärmachthaber Pervez Musharraf ermittelt wird. Zulfiqar sollte am Tag seiner Ermordung an dem Verfahren zum Bhutto-Mord teilnehmen. Er war auf dem Weg zum Anti-Terror-Gericht in der nahen Garnisonsstadt Rawalpindi.

Der private Sender Geo TV berichtete, die Anhörung sei auf den 14. Mai vertagt worden. Anwälte in Rawalpindi legten aus Protest wegen des Mords die Arbeit nieder.

Musharraf wird vorgeworfen, trotz der Bedrohungslage nicht für ausreichenden Schutz für Bhutto gesorgt zu haben. Er steht unter anderem deshalb mindestens bis zum 14. Mai unter Hausarrest. Musharraf hatte die pakistanischen Taliban (TTP) für den Mord an Bhutto verantwortlich gemacht, die das aber dementiert hatten. Zulfiqar hatte vor wenigen Tagen gesagt, Ermittler hätten "Indizienbeweise" dafür, dass die Vorwürfe gegen Musharraf zuträfen.

Musharraf war im März aus dem selbsterwählten Exil zurückgekehrt, um an der Parlamentswahl am 11. Mai teilzunehmen. Die Kandidatur wurde Musharraf jedoch von mehreren Gerichten untersagt. Zuletzt verfügte ein Gericht in Peshawar am vergangenen Dienstag ein lebenslanges Politikverbot für den Ex-Präsidenten. Wegen des Ausschlusses von Musharraf kündigte dessen Partei, die Pakistanische Muslim-Liga (APML), am Freitag den Boykott der Wahl an.

Bhutto war Ende 2007 im Wahlkampf zur damals bevorstehenden Parlamentswahl bei einem Anschlag getötet worden. Wenige Wochen zuvor hatte sie einen Selbstmordanschlag in Karachi unverletzt überlebt.

Zulfiqar war als Staatsanwalt auch an den Ermittlungen zur Terrorserie im westindischen Mumbai Ende 2008 beteiligt. Indien macht die aus Pakistan heraus agierende Terrorgruppe Lashkar-e-Toiba für die Bluttat verantwortlich und wirft der Regierung in Islamabad vor, nicht gegen die Drahtzieher vorzugehen. Die Ermittlungen auf der pakistanischen Seite haben kaum Fortschritte gemacht.

Der pakistanische Präsident Asif Ali Zardari - der Bhuttos Witwer ist - verurteilte die Ermordung Zulfiqars. In einer Mitteilung forderte Zardari die Behörden auf, die Schuldigen zur Rechenschaft zu ziehen. Der Arzt Wasim Khwaja vom Pakistanischen Institut der Medizinischen Wissenschaften sagte nach der Obduktion, Zulfiqar sei bei dem Anschlag von mehr als einem Dutzend Kugeln getroffen worden.

   Der Staatsanwalt blieb nicht das einzige Opfer politischer Gewalt. Unbekannte erschossen in der südpakistanischen Wirtschaftsmetropole Karachi einen Kandidaten der säkularen Awami National Party (ANP) und dessen sechs Jahre alten Sohn. Fünf Passanten seien verletzt worden, als die Attentäter nach dem Freitagsgebet vor einer Moschee das Feuer auf den Politiker Sadiq Zaman eröffneten, sagte ein Polizeisprecher.

Geo News berichtete, die Abstimmung in dem Wahlkreis in Karachi sei verschoben worden. Niemand bekannte sich zu der Tat. Die Taliban haben aber Anschläge auf Vertreter weltlicher Parteien angekündigt.

Vor der Wahl ist die Gewalt in Pakistan eskaliert. Dutzende Menschen wurden bei Anschlägen und Angriffen getötet. Säkulare Parteien wie die bislang regierende Volkspartei PPP haben ihren Wahlkampf daher eingeschränkt.

dpa

Die Politik dominierte am Freitag den Evangelischen Kirchentag: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) warb für die Energiewende und die Bewahrung der Schöpfung, während ihr SPD-Herausforderer Peer Steinbrück die Bedeutung des Ehrenamtes für den Zusammenhalt der Gesellschaft unterstrich.

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Die USA erwägen Waffenlieferungen an die Rebellen. "Das ist eine Option", sagte Verteidigungsminister Chuck Hagel. In Abstimmung mit internationalen Partnern prüfe man aber auch andere Möglichkeiten.

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Die Geste ist hochsymbolisch, doch höchstwahrscheinlich folgenlos: Die US-Bundespolizei FBI hat erstmals eine Frau auf ihre Liste der meistgesuchten Terroristen gesetzt - 40 Jahre, nachdem sie einen Polizisten erschossen habe.

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