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Deutschland/Welt "Hansa Stavanger" war auf Abwegen
Nachrichten Politik Deutschland/Welt "Hansa Stavanger" war auf Abwegen
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11:58 08.08.2009
Der von Piraten freigelassene deutsche Frachter "Hansa Stavanger" erreichte inzwischen den südkenianischen Hafen Mombasa. Quelle: Dietmar Hasenpusch/afp/Archiv
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Nach Informationen des "Focus" wurde der Kapitän bereits im Februar vom Hauptquartier der EU-Mission Atalanta davor gewarnt, zu nah an die Küste Somalias zu fahren. Vier Tage nach dem Ende des Geiseldramas erreichte die "Hansa Stavanger" am Freitagabend den südkenianischen Hafen Mombasa.

Wie alle gefährdeten Handelsschiffe hätte sich die "Hansa Stavanger" dem "Focus"-Bericht zufolge östlich des 60. Längengrades halten und erst südlich der Seychellen im rechten Winkel die afrikanische Küste ansteuern sollen. Diese Empfehlung habe auch für die Fahrt am 4. April gegolten, als das Schiff gekapert wurde.

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Die Übergabe des Lösegeldes an die Piraten kam dem Bericht zufolge später zustande als geplant. Bereits am 30. April habe das Geld über dem Frachter am somalischen Küstenort Haradhere abgeworfen werden sollen. Das Kleinflugzeug sei jedoch noch in der Luft zurückbeordert worden. Nach "Focus"-Informationen hatten die Seeräuber so starken Gebrauch von der Rauschdroge Khat gemacht, dass sie sich zur Annahme des Geldes nicht in der Lage sahen.

Das Schiff mit seiner 24-köpfigen Besatzung warte noch auf eine Genehmigung zum Anlegen, sagte ein Vertreter des Hafens von Mombasa. Diese sollte voraussichtlich noch am Samstag werden. In Mombasa wollten Mitarbeiter der Reederei Leonhardt und Blumberg die Besatzung in Empfang nehmen und dafür sorgen, dass sich die Crew-Mitglieder in einem Hotel von den Strapazen erholen oder direkt in ihre Heimatländer weiterreisen können.

Der 21.000-Tonnen-Frachter war am 4. April im Indischen Ozean von somalischen Piraten gekapert worden. Nach knapp vier Monate langen Verhandlungen zwischen Reederei und Seeräubern kam das Schiff am Montag nach einer Zahlung von offenbar knapp zwei Millionen Euro Lösegeld frei. Zu der 24-köpfigen Crew gehören fünf Deutsche sowie Seeleute von der südpazifischen Inselgruppe Tuvalu, aus Russland, der Ukraine und von den Philippinen.

afp