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Deutschland/Welt Hamsterkäufe zu Ostern an tschechischer Grenze?
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Hamsterkäufe zu Ostern an tschechischer Grenze?
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19:23 21.03.2012
Von Karl Doeleke
Ostern ohne Ostereier – das mag man sich gar nicht ausmalen. Quelle: dpa
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Hannover

Von "Hamsterkäufen" an den Grenzen zu Tschechien ist die Rede, und ein Schuldiger ist auch ausgemacht: Seitdem die EU zum Jahresbeginn die Legebatterien verboten hat, sind tatsächlich weniger Eier auf dem Markt, wie Wilhelm Hoffrogge bestätigt. "Die Eier sind knapp", sagt der Vorsitzende des niedersächsischen Geflügelwirtschaftsverbandes. Der Mann kann aber Entwarnung geben: "Es sind genügend Eier zu Ostern da, und sie werden auch erschwinglich bleiben."

Eine Ente zu Ostern also? Eine gewisse Nervosität scheint es zu geben. Das Agrarministerium in Hannover hat von "Färbebetrieben" gehört, die "im Einzelfall auf die etwas schwierige Lage am Markt hingewiesen" hätten. Aber das sollte, so die Empfehlung des Landesamtes für Verbraucherschutz, nicht überbewertet werden. Die hochoffizielle Schlussfolgerung des für das Osterfest zumindest mittelbar zuständigen Agrarministeriums lautet also: "Die Eiersuche kann stattfinden!" Zu welchem Preis, fragt sich.

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Tatsächlich ist der Markt nach Angaben Hoffrogges knapp versorgt. Bis zu 50 Prozent seien die Preise auf dem freien Markt gestiegen, da durch das EU-weite Importverbot für Käfigeier ein ganzes Marktsegment weggebrochen sei: "Es fehlen 40 Prozent der Einfuhr, die wir benötigen", sagt der Verbandsvorsitzende. Das trifft aber in erster Linie die Lebensmittelindustrie wie Großbäckereien. Denn die Lebensmittelproduzenten waren fast die letzten, die noch Käfigeier aus den Legebatterien verarbeitet haben. Aus den Regalen der Supermärkte waren sie schon lange verschwunden. Die Verbraucher greifen lieber zu Produkten aus Boden-, Freiland- oder ökologischer Haltung.

Kein Problem zu Ostern also - oder nur ein kleines. "Es gibt keine getrennten Märkte für Eier", sagt Hoffrogge. Was also an Käfigeiern fehlt, besorgt sich die Industrie nun aus den Lieferungen, die normalerweise im Supermarkt landen würden - was dann hier und da zu Knappheit im Regal sorgen kann.

An den Verbraucherpreisen ändert das nach Angaben des Geflügelwirtschaftsverbandes aber wenig: "Es gibt im Einzelhandel kein Problem, weil der Lebensmittelhandel langfristige Lieferverträge abgeschlossen haben", sagt Hoffrogge. Das sorgt für Preisstabilität. "Die Eier im Supermarkt sind zum Teil sogar günstiger als die auf dem freien Markt."

Bleibt für Verbraucher also nur noch eines zu beachten: rechtzeitig die weißen Eier sichern, denn die färben sich besser. Die sind jedes Jahr wieder knapp. Kein Grund zur Aufregung, also.

Stefan Koch 21.03.2012
21.03.2012