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Deutschland/Welt Hacker-Angriff – 19-Jähriger warnte Martin Schulz via WhatsApp
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Hacker-Angriff – 19-Jähriger warnte Martin Schulz via WhatsApp
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12:18 11.01.2019
Im Datenklau-Skandal hat ein 19-Jähriger aus Bad Oldesloe dazu beigetragen, den Fall an die Öffentlichkeit zu bringen. Quelle: dpa
Bad Oldesloe

Als Jonas Ueberschaer aus Bad Oldesloe auf sein Handy-Display starrte, glaubte er seinen Augen nicht zu trauen: Da standen Telefonnummern, Familienfotos, Privatadressen und Kreditkarteninformationen von Hunderten von Prominenten, unter anderem von Martin Schulz, Angela Merkel und Til Schweiger. Den Link hatten Freunde seiner Telegram-Chatgruppe „Ode Schanel“ geteilt, mit dem Hinweis, darunter seien wohl die gehackten Daten des Youtube-Bloggers Simon Unge einzusehen.

„Dass diese Infos echt sind, habe ich zu diesem Zeitpunkt nicht geglaubt“, sagt der Oldesloer. Spaßeshalber habe er daher den ersten Namen auf der Liste, der ihm etwas sagte, einfach mal über WhatsApp angeschrieben. „Hey, Deine Nummer steht im Neuland auf einer Anzeigetafel. Und die kann von ca. 2 Mio Menschen im Moment gesehen werden. Solltest Du ändern“, schrieb der 19-jährige an Martin Schulz. Der SPD-Politiker antwortete schon drei Minuten später: „Ein Mitarbeiter versucht gerade, Sie anzurufen.“

Martin-Schulz-Büro bedankt sich

„Da hab ich schon ich schon einen Schreck bekommen, hatte die Befürchtung, dass ich fälschlicherweise irgendwie mit diesem Datenklau in Verbindung gebracht werde“, erzählt Ueberschaer. Seine Sorgen waren unbegründet. Vielmehr bedankte sich das Büro des Politikers bei ihm für seine Hilfe. „Ich hatte tatsächlich die erste hilfreiche Nachricht geschickt.“ Die Anrufe und Nachrichten von anderen vorab sind offenbar größtenteils veralbernd gewesen.

Alles zum Hacker-Angriff steht hier

Und der junge Mann, der derzeit eine Ausbildung zum Fachinformatiker in Hamburg absolviert, konnte noch mehr helfen. „Ich hatte inzwischen geguckt und tatsächlich noch mehr Orte im Netz gefunden, an die der Link schon gesendet und eingesehen werden konnte. Die hab ich den Mitarbeitern von Schulz alle durchgegeben.“ Allerdings dauerte es dann tatsächlich noch mehrere Stunden, bis die Daten im Netz entfernt wurden.

Nicht nur das Büro zeigte sich erleichtert, auch Martin Schulz selbst bedankte sich über WhatsApp noch einmal bei Jonas Ueberschaer – und verriet ihm sogar seine aktuelle Handynummer. „Genutzt habe ich sie noch nicht, aber es wird sich schon mal was ergeben“, sagt Ueberschaer mit einem Schmunzeln. Eines ist dabei aber für ihn klar: Weitergeben wird er sie nicht. „Was privat ist, sollte privat bleiben“, betont der Auszubildende.

Der Aufklärer aus Bad Oldesloe

Dass auch von ihm nichts wirklich Privates ins Netz kommt, darauf achtet der begeisterte Schwimmer und Klavierspieler schon, seit er als Viertklässler sein erstes Handy bekommen hat. „Unsere Eltern haben mich und meinen Bruder schon früh auf die Gefahren von Internet & Co. hingewiesen.“ Daher benutzt Jonas von jeher schon komplizierte und automatisch generierte Passwörter. Nichtsdestotrotz ist er aber auch im Netz unterwegs, auf Instagram und Twitter.

Auf Twitter hatte Jonas Ueberschaer einen Tag nach dem Gespräch mit Schulz die Aufdeckung des Datenklaus auch gepostet, so dass plötzlich alle Medien auf den Oldesloer aufmerksam wurden. Durch die Aufdeckung des Falls würden viele gewarnt, umsichtiger mit der Verbreitung ihrer persönlichen Daten umzugehen. Und das ist Jonas Ueberschaer wichtig, schließlich ist und bleibt sein Motto: „Was privat ist, sollte auch privat bleiben.“

Von RND/Sandra Freundt

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