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Deutschland/Welt Grube spricht Gegnern von „Stuttgart 21“ Widerstandsrecht ab
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Grube spricht Gegnern von „Stuttgart 21“ Widerstandsrecht ab
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18:09 07.10.2010
„Ein Widerstandsrecht gegen einen Bahnhofsbau gibt es nicht“: Bahnchef Rüdiger Grube.
„Ein Widerstandsrecht gegen einen Bahnhofsbau gibt es nicht“: Bahnchef Rüdiger Grube. Quelle: dpa
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Bahnchef Rüdiger Grube hält den Widerstand der Gegner des umstrittenen Bahnprojekts Stuttgart 21 für nicht gerechtfertigt. „Ein Widerstandsrecht gegen einen Bahnhofsbau gibt es nicht“, sagte Grube der „Bild am Sonntag“ („BamS“). „Bei uns entscheiden Parlamente, niemand sonst.“ Das Projekt sei demokratisch ausreichend legitimiert. Dagegen kritisierte Grünen-Chef Cem Özdemir diesen Entscheidungsprozess. „In Unkenntnis über die wahren Kosten und Risiken wurde über dieses Projekt in Parlamenten abgestimmt“, schrieb er in einem Gastkommentar für die „BamS“. Erst jetzt komme die „wirkliche Faktenlage immer mehr ans Licht“.

„Kein schwäbischer Häuslebauer würde auf Teufel komm raus am Bau festhalten, wenn ihm klar wird, dass es viel teuer und schwieriger wird als gedacht - und ihm am Ende mehr schadet als nützt“, schreibt Özdemir und fordert erneut einen Stopp der Bauarbeiten und einen landesweiten Volksentscheid über das Bahnprojekt. Auch angesichts der gewalttätigen Auseinandersetzungen sei der Bahnhofsbau nicht mehr durchsetzbar. „Stuttgart 21 kann nicht gegen friedliche Demonstranten durchgeprügelt werden“, so der Grünen-Parteivorsitzende weiter.

Dagegen warnte Grube auch mit Blick auf andere Projekte dieser Art in ganz Deutschland vor einem Scheitern von Stuttgart 21. „Es gehört zum Kern einer Demokratie, dass solche Beschlüsse akzeptiert und dann auch umgesetzt werden. Sonst werden bei uns keine Brücke, keine Autobahn und kein Windkraftpark mehr gebaut“, so Grube. Die Bahn sei daher nach wie vor entschlossen, Bahnhof und Neubaustrecke zu bauen. „Das ist wichtig für die Region und Deutschland“, betonte Grube.

dpa

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