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Deutschland/Welt Gewalttätige Ausschreitungen in Berlin und Hamburg
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08:35 02.05.2010
In Berlin ist am Abend des 1. Mai wie in den Vorjahren Gewalt ausgebrochen.
In Berlin ist am Abend des 1. Mai wie in den Vorjahren Gewalt ausgebrochen. Quelle: dpa
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Die Hamburger Polizei ist am späten Sonnabend mit Wasserwerfern gegen linke Demonstranten vorgegangen. Im Anschluss an eine sogenannte revolutionäre 1.-Mai-Demonstration wurden Einsatzkräfte im Schanzenviertel am S-Bahnhof Sternschanze mit Flaschen und Steinen beworfen sowie Böller gezündet. Daraufhin löste die Polizei die Versammlung auf und setzte drei Wasserwerfer ein. Der S-Bahnhof wurde abgesperrt.

„Es hat sich hochgeschaukelt“, sagte Polizeisprecher Ralf Meyer. „Irgendetwas hat auch gebrannt und gequalmt.“ Auch ein Müllcontainer wurde in Brand gesetzt, die Flammen wurden von einem Wasserwerfer gelöscht. Die Demonstration mit rund 1500 Teilnehmern war zuvor friedlich abgelaufen. Zu der Eskalation kam es erst, als sich die Abschlusskundgebung weitgehend aufgelöst hatte. Bereits in der Nacht zum 1. Mai war es im Schanzenviertel zu Ausschreitungen gekommen, mindestens 18 Menschen wurden dabei verletzt.

Auch in Berlin ist am Abend des 1. Mai wie in den Vorjahren Gewalt ausgebrochen. Immer wieder schleuderten Linksautonome im Stadtteil Kreuzberg nach Einbruch der Dunkelheit Steine und Flaschen auf Polizisten und schossen Feuerwerkskörper in Richtung der Einsatzkräfte. Anders als im Vorjahr stürmten die Polizisten rund um den Spreewaldplatz sofort los und versuchten, Störer zu greifen und die Menge auseinanderzutreiben. Mehrere Randalierer wurden festgenommen. Unter den Verletzten war auch ein Polizist. Er wurde auf einer Trage in einem Krankenwagen weggefahren. Zuvor war ein Demonstrationszug mit etwa 10 000 Linken und Autonomen trotz aggressiver Stimmung ohne Zwischenfälle zu Ende gegangen.

Die Angriffe auf Polizisten werden von mehreren tausend, zumeist angetrunkenen Schaulustigen verfolgt. Eine aggressive Menge feuerte die Randalierer an. Ein Polizeisprecher sagte aber: „Die Polizei hat die Lage voll unter Kontrolle.“ Innensenator Ehrhart Körting (SPD) hatte angekündigt, Gewalt sofort im Keim zu ersticken. Die Polizei war den ganzen Tag über mit rund 7000 Kräften im Einsatz - es war einer der größten Einsätze der vergangenen Jahre an einem 1. Mai in Berlin.

Im Vorjahr war es am Abend des Mai-Feiertages in Kreuzberg nach etwas ruhigeren Jahren wieder zu massiven Gewaltausbrüchen gekommen. Die Polizei hatte sich damals zunächst zurückgehalten und dafür viel Kritik einstecken müssen. Fast 500 Polizisten waren verletzt worden. In diesem Jahr hatte der Innensenator betont, das Konzept der Deeskalation gelte weiter - solange es friedlich bleibe.

Auch tagsüber war die Polizei in der Hauptstadt gefordert. Mit einem massiven Aufgebot wurden Zusammenstöße von Rechtsextremisten und Gegendemonstranten verhindert. Begleitet von massiven Protesten und Blockaden zogen etwa 600 Neonazis mit mehreren Stunden Verspätung durch den Stadtteil Prenzlauer Berg. Sie kamen aber nicht weit. Mehrere Tausend Menschen waren auf den Straßen unterwegs, um den Aufmarsch zu verhindern.

dpa

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