Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland/Welt Zwei Tote bei Geiselnahme in Supermarkt
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Zwei Tote bei Geiselnahme in Supermarkt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:43 23.03.2018
In diesem Supermarkt im französischen Trèbes hält sich der Täter auf. Quelle: Google Streetview
Anzeige
Trèbes

Das bestätigte der Bürgermeister der südfranzösischen Kleinstadt gegenüber der Agentur Reuters. Offenbar sind keine Geiseln mehr in der Gewalt des Mannes. Der Täter befinde sich derzeit allein in dem Supermarkt, so die Polizei. Die Geiselnahme habe gegen 11 Uhr in Trèbes östlich von Carcassonne begonnen. Das meldete die französische Nachrichtenagentur AFP. Zuvor habe der Geiselnehmer geschossen. Nach Angaben der Gendarmerie seien ein oder zwei Personen von Schüssen getroffen worden und vermutlich tot. Der Täter habe sich nach einem Bericht auf die Terrormiliz Islamischer Staat berufen. Wie viele Geiseln der Täter genommen hatte, war zunächst unklar.

Die Anti-Terror-Abteilung der Pariser Staatsanwaltschaft übernahm die Ermittlungen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen. Das Innenministerium rief auf Twitter dazu auf, den Bereich um den Supermarkt in dem 5500-Einwohner-Ort zu meiden. Erste Spezialkräfte der Gendarmerie trafen vor Ort ein, Verstärkung aus Paris war auf dem Weg. Laut französischen Medien wurde das Gebiet abgeriegelt.

Anzeige

Premierminister Édouard Philippe sprach von einer „ernsten Lage“. Innenminister Gérard Collomb kündigte an, nach Trèbes zu reisen.

Unbekannter schießt auf Polizisten

In Carcassonne wurde am Freitag zudem ein Polizist verletzt, als ein Unbekannter das Feuer auf Beamte eröffnete, die gerade vom Jogging zurückkamen. Das bestätigte ein Polizeisprecher. Ob es einen Zusammenhang zwischen den Vorfällen gibt, war zunächst unklar.

Frankreich war in den vergangenen Jahren mehrfach Ziel islamistischer Anschläge. Vor allem die Attacken von Paris 2015 und Nizza 2016 hatten das Land schwer erschüttert. Die Behörden sprechen regelmäßig von einer weiterhin hohen Gefahr. Innenminister Collomb hatte Ende Februar berichtet, dass seit Jahrestag zwei Anschläge auf eine Sportstätte und auf Militärkräfte vereitelt worden seien.

Von RND/dpa