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Deutschland/Welt Geheimes Treffen: Kramp-Karrenbauer und Trump-Schwiegersohn bei Bilderberg-Konferenz
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12:44 28.05.2019
CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer reist in diesem Jahr zur Bilderberg-Konferenz in die Schweiz. Quelle: Michael Kappeler/dpa
Berlin/Montreux

Die diesjährige Bilderberg-Konferenz wichtiger Politiker und Entscheider findet vom 30. Mai bis 2. Juni in Montreux in der Schweiz statt. Wie die Organisatoren am Dienstag berichteten, werden rund 120 Gäste aus 23 Ländern anreisen. Auf der Gästeliste stehen die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer, FDP-Generalsekretärin Linda Teuteberg, Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner, Ex-Daimler-Chef Dieter Zetsche, der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, und Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg. Themen der informellen Diskussionen seien unter anderem die Zukunft des Kapitalismus und Social Media als Waffe.

Das seit 1954 organisierte Treffen hat privaten Charakter. Die Gäste nehmen nicht in ihrer Funktion an den Debatten teil. Das soll den offenen Austausch und das Zuhören fördern. Es werden laut Veranstalter keine Beschlüsse gefasst, keine Abstimmungen durchgeführt und keine Grundsatzerklärungen abgegeben. Die Vertraulichkeit des Treffens ruft auch immer wieder Kritiker auf den Plan. Namensgeber der Konferenz ist das Hotel Bilderberg in den Niederlanden. 2018 fand die Konferenz in Turin statt.

Kaum eine Verschwörungstheorie kommt ohne diese Konferenz aus

Was wurde dieser Versammlung nicht schon alles unterstellt: Eine Weltregierung im Verborgenen sei sie, Schattenbund der Mächtigen, Kartell der internationalen Hochfinanz. Und dann erst diese Ziele: Gleichschaltung der Völker, neue Weltordnung, Ende der Demokratie. Kaum eine Verschwörungstheorie kommt ohne sie aus.

Seit 1954 gibt es die Bilderberg-Konferenzen. Gegründet wurde sie, um den Austausch zwischen den USA und ihren europäischen Verbündeten zu stärken, haben sich im Laufe der Jahre unzählige Mythen um das Treffen wichtiger Staats-, Wirtschafts- und Militärchefs entwickelt. Der Beliebtheit des Forums bei den Wichtigen und Mächtigen haben all diese Gerüchte und Behauptungen jedoch keinen Abbruch getan – im Gegenteil.

Alle Bundeskanzler von Ludwig Erhard bis Angela Merkel waren da, Minister wie Wolfgang Schäuble, Otto Schily und Joschka Fischer, Wirtschaftskapitäne wie Paul Achleitner (Deutsche Bank) oder Thomas Enders (Airbus).

Die Rahmenbedingungen beflügeln jedes Jahr aufs Neue die Fantasie einiger Beobachter. Was bewegt derart gefragte Menschen dazu, ihre übervollen Terminkalender für bis zu vier Tage leerzuräumen, um einer sagenumwobenen Konferenz fernab der Öffentlichkeit beizuwohnen? Aus Sicht von Verschwörungstheoretikern gibt es darauf nur eine Antwort: Weltherrschaft.

Geheime Weltregierung

„Dumme Hirngespinnste“, sagt ein Wirtschaftslenker, der schon mehrfach mit dabei war. „Bilderberg gibt Teilnehmern die fast schon einzigartige Möglichkeit, in einem geschützten Rahmen über den eigenen Tellerrand hinauszublicken und -zudenken“, sagt er. „Ich empfinde das als unglaublich bereichernd und inspirierend.“

Neben der Möglichkeit zum informellen Austausch gibt es bei der Konferenz auch ein Plenum. Dort herrschen klare Regeln, berichtet ein anderer Teilnehmer. 15 Minuten dürfe ein Kurzvortrag dauern, Antworten und Anmerkungen höchstens zehn. Nur wenn der frühere US-Außenminister Henry Kissinger das Wort ergreife, gelte diese Regel nicht. Nicht alle sind davon begeistert. „Einige ältere Herren, die halten die Diskussion manchmal auf“, sagt einer. Da machen offenbar auch die Bilderberger keine Ausnahme.

Einer der ganz wenigen, die sich öffentlich über ihre Teilnahme geäußert haben, ist der grüne Bundestagsabgeordnete Jürgen Trittin. Er musste sich für seinen Besuch im Jahr 2012 rechtfertigen – und tat das, indem er in die Offensive ging. Vom Prinzip sei Bilderberg nichts anderes als die Münchner Sicherheitskonferenz oder das Weltwirtschaftsforum in Davos, findet Trittin. Der einzige Unterschied sei die Verschwiegenheit. „Mit ihrer Geheimniskrämerei leisten die Bilderberger den Verschwörungstheoretikern unnötigerweise Vorschub“, sagt der Grüne. „Sowohl Veranstalter als auch Teilnehmer sollten mehr Wert auf Transparenz legen.“

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Von RND/dpa/ani

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