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Deutschland/Welt GdP-Chef ist für Einsatz von Körperscannern an Flughäfen
Nachrichten Politik Deutschland/Welt GdP-Chef ist für Einsatz von Körperscannern an Flughäfen
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10:22 03.01.2010
Schavan: Bald neue Generation von Körperscannern
Schavan: Bald neue Generation von Körperscannern Quelle: ap (Archiv)
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Bundesforschungsministerin Annette Schavan erwartet eine rasche Einführung sogenannter Nacktscanner auf deutschen Flughäfen. „Wir sind zuversichtlich, dass wir im Sommer Forschungsergebnisse für eine ganz neue Generation von Körperscannern vorstellen können“, sagte die CDU-Politikerin der „Bild am Sonntag“. GdP-Chef Konrad Freiberg sprach sich für die Einführung der Geräte aus und kritisierte Sicherheitsmängel an Flughäfen.

„Wir haben seit Jahren immer wieder darauf hingewiesen, dass es Mängel bei den Sicherheitskontrollen an unseren Flughäfen gibt“, sagte Freiberg der „Berliner Morgenpost“. Es habe Tests gegeben, bei denen Polizisten versucht hätten, mit ihren Waffen durch die Sicherheitsschleusen zu kommen. „Leider gab es teilweise eine Erfolgsbilanz von 30 Prozent zulasten der Sicherheit“, erklärte der Gewerkschaftschef.

Als Gründe für die Mängel nannte er veraltete Technik sowie die mangelnde Attraktivität des Berufs. „Teilweise verdienen die Mitarbeiter gerade einmal 7,50 Euro pro Stunde, melden sich deswegen krank oder haben einen Nebenjob. Das sind Zustände, die bei einem so wichtigen Punkt wie der Sicherheit im Flugzeugwesen nicht hinnehmbar sind“, sagte er.

Der Vorsitzende des Innenausschusses des Bundestages, Wolfgang Bosbach, sprach sich für eine „dringend notwendige Versachlichung der Diskussion“ über Nacktscanner aus. Niemand wolle Geräte, die die Menschenrechte verletzten, wird er in der „Berliner Morgenpost“ zitiert. „Die neue Form der Geräte zeigt nicht den Körper des einzelnen Passagiers, sondern ein Piktogramm. Und nur im Falle eines Treffers wird dann die Körperstelle angezeigt, an der sich beispielsweise ein in der Achselhöhle verstecktes Keramikmesser befindet.“

Die neue Technologie könne ohne den Einsatz von Strahlen am Körper verborgene Gegenstände erkennen. Zudem würde das lästige Abtasten per Hand durch das Sicherheitspersonal wegfallen. „Wer beispielsweise einen Herzschrittmacher trägt und viel fliegt, würde es zu schätzen wissen, wenn diese Prozedur wegfallen würde. Ich habe im Zusammenhang mit dieser Debatte noch nirgendwo gelesen, dass das Berührtwerden durch fremde Menschen die Menschenrechte verletzt.“

apd