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Deutschland/Welt Fünf dramatische Tage für den Euro
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Fünf dramatische Tage für den Euro
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22:13 04.12.2011
Merkel und Sarkozy wollen Vertragsänderungen mit dem Ziel anschieben, Abweichungen vom Stabilitätspakt in Zukunft auszuschließen. Quelle: dpa
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Berlin/Frankfurt

Im Laufe dieser Woche werden quer durch Europa die Drähte heiß laufen, bevor am Freitag ein EU-Gipfel in Brüssel einen Ausweg aus der Krise weisen soll. Fast jeden Tag werden wichtige Weichenstellungen erwartet.

Montag: Parallel zum deutsch-französischen Treffen in Paris wird der neue italienische Ministerpräsident Mario Monti heute in Rom ein neues nationales Sparprogramm vorstellen. Merkel und Sarkoy hatten Italien aufgefordert, den Gürtel noch enger zu schnallen.

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Dienstag: Der amerikanische Finanzminister Timothy Geithner kommt in Frankfurt mit dem deutschen Finanzminister Wolfgang Schäuble und dem neuen Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, zusammen. Zugleich verabschiedet das griechische Parlament in Athen den Sparhaushalt 2012.

Mittwoch: Deutschland bringt fünfjährige Bundesanleihen im Wert von rund fünf Milliarden Euro auf den Markt. Die Reaktion der Märkte wird als Vertrauenstest gesehen.

Donnerstag: In Marseille, am Rande eines Treffens der Europäischen Volkspartei, stecken Merkel und Sarkozy erneut die Köpfe zusammen. Auch Spaniens designierter Ministerpräsident Mariano Rajoy wird dazustoßen. Später, noch am gleichen Abend, reisen alle zum EU-Gipfel nach Brüssel.

Freitag: Der EU-Gipfel beschließt, eine Änderung der Euro-Verträge zugunsten von mehr Stabilität.

Merkel und Sarkozy wollen Vertragsänderungen mit dem Ziel anschieben, Abweichungen vom Stabilitätspakt in Zukunft auszuschließen. Details sind noch strittig, darunter die Frage, wie weit die künftig vorgesehenen „Automatismen“ in das Haushaltsrecht einzelner Parlamente eingreifen würden.

Für den Fall, dass nicht alle Staaten mitziehen wollen, planen Berlin und Paris notfalls mit einer Art „Stabilitätskern“ in Europa zu beginnen, zu dem die Staaten mit bester Bonität gehören. Innerhalb eines solchen Kerns würde Merkel unter Umständen auch der Einführung gemeinsamer Anleihen, sogenannter Euro-Bonds, zustimmen.

In Frankreich warnte unterdessen der frühere sozialistische Premier Laurent Fabius vor einer Dominanz der Deutschen in Europa. Über Präsident Sarkozy sagte Fabius: „Seit Monaten übernimmt er die Vorschläge von Merkel und versucht Glauben zu machen, dass es die seinen seien.“

David McHugh