Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland/Welt Frankreich setzt Luftangriffe fort
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Frankreich setzt Luftangriffe fort
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:18 20.03.2011
Quelle: dpa
Anzeige

Frankreich hat seine Luftangriffe auf Libyen am Sonntag wieder aufgenommen. Mehrere Kampfflugzeuge vom Typ Rafale und Mirage 2000 hätten am Morgen Libyen überflogen und Panzer von regierungstreuen Truppen angegriffen, berichteten Militärkreise. Die genauen Einsatzorte waren zunächst nicht bekannt. „Wir wollen dem libyschen Volk ermöglichen, sich zu befreien“, hatte der französische Außenminister Alain Juppé am Vorabend im Sender TF1 betont. Er bekräftigte, dass ein Einsatz von Bodentruppen nicht geplant sei.

Der Flugzeugträger Charles de Gaulle sollte am Sonntag in Toulon auf seinen Einsatz in Libyen vorbereitet werden. Das Schiff wird nach Angaben des Militärs mit etwa 20 Flugzeugen und Hubschraubern bestückt. Die Hubschrauber sind vor allem für die Bergung von Piloten gedacht, die sich im Fall eines Angriffs per Schleudersitz retten können. Die Fahrt über das Mittelmeer wird etwa 24 Stunden dauern. Der Flugzeugträger soll von drei Fregatten und einem Atom-U-Boot begleitet werden.

Der internationale Militäreinsatz hatte am Samstag nach einem Libyen-Gipfel internationaler Spitzenpolitiker in Paris begonnen. Er stützt sich auf eine zuvor verabschiedete UN-Resolution, die den Einsatz aller notwendigen Mittel erlaubt, um dem libyschen Volk zu helfen.

Gaddafi: „Kampf gegen die neuen Nazis“

Der libysche Machthaber Muammar al-Gaddafi hat unterdessen einen langen Abwehrkampf seines Volkes gegen die internationale Militärintervention angekündigt. „Dies ist nun eine Konfrontation des libyschen Volkes mit Frankreich, Großbritannien und den USA, mit den neuen Nazis“, erklärte er am Sonntagvormittag in einer Audio-Botschaft, die vom staatlichen libyschen Fernsehen gesendet wurde. Alle Libyer bewaffneten sich nun, nachdem die Rüstungsdepots für sie geöffnet worden seien.

Es war Gaddafis zweite Botschaft seit Beginn des militärischen Eingreifens der Allianz. In der ersten Erklärung in der Nacht zum Sonntag hatte er eine Öffnung der Waffenlager „für alle Libyer“ angekündigt. Am Sonntag sagte er: „Wir sind zu einem langen, ruhmreichen Krieg bereit. Wir werden euch besiegen“, drohte er an die westliche Allianz gewandt. Die Militärschläge gegen die Truppen des Diktators hatten am Samstagnachmittag begonnen.

„Wir kämpfen in unserem Land, wir verteidigen unsere Ehre“, führte er weiter aus. Die Kriegsgegner bezeichnete er als „Monster“ und „Kriminelle“. „Ihr werdet stürzen, wie Hitler gestürzt ist. Alle Tyrannen stürzen.“

dpa

Mehr zum Thema

Nach den Luftangriffen will sich das Pentagon einen Überblick über die Schäden in Libyen verschaffen. Diktator Gaddafi bekam die westliche Militärmacht mit aller Härte zu spüren. Ziele in Küstennähe wurden zerstört. Gaddafi droht: Das Mittelmeer wird zum Schlachtfeld.

20.03.2011

Die Weltgemeinschaft greift hart gegen Libyen durch. Mit militärischer Gewalt will der Westen Machthaber Gaddafi in die Schranken weisen. Bomben und Raketen zerstören Ziele in Küstennähe.

19.03.2011

Der erste Luftangriff auf Libyen: Die französische Luftwaffe hat nach eigenen Angaben ein Fahrzeug aus der Luft beschossen. Das teilte der Generalstab der Armee am Freitag in Paris mit. Nähere Details waren zunächst nicht bekannt.

19.03.2011