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Deutschland/Welt Flughafen von Palma de Mallorca nach Anschlag wieder offen
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Flughafen von Palma de Mallorca nach Anschlag wieder offen
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18:31 30.07.2009
Der Anschlagsort in Calvia auf Mallorca. Quelle: Jaime Reina/afp
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Der Flughafen sei um 17.45 Uhr wieder für den Verkehr geöffnet worden, teilte der Betreiber Aena mit. Der Flughafen, den jährlich mehr als 22 Millionen Fluggäste nutzen, war nach dem Anschlag im mallorquinischen Touristenort Palmanova mit zwei Toten gesperrt worden. Dadurch sollte verhindert werden, dass die Täter fliehen. Auch die Häfen der beliebten Ferieninsel waren deshalb vorerst dichtgemacht worden.

Bei dem Attentat in der Nähe einer Kaserne im Touristenort Palmanova waren am Nachmittag zwei Angehörige der Guardia Civil getötet worden. Laut der Regionalregierung wurden bei dem Anschlag vor einer Kaserne der Guardia Civil auch mehrere Menschen verletzt. Die Explosion ereignete sich im Touristenort Palmanova, der zur Gemeinde Calviá gehört, unweit der Inselhauptstadt Palma de Mallorca.

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Das Auswärtige Amt in Berlin teilte mit, zunächst lägen keine Erkenntnisse vor, dass Deutsche von dem Anschlag betroffen seien. Das Generalkonsulat sei mit dem Fall befasst und stehe in engem Kontakt zu den spanischen Behörden. Palmanova gehört zur Gemeinde Calvià, unweit der Inselhauptstadt Palma de Mallorca.

Medienberichten zufolge trug der Anschlag die Handschrift der baskischen Untergrundorganisation ETA. Demnach war der Sprengsatz unter dem Fahrzeug befestigt und ging auf dem Kasernengelände in Palmanova hoch. Die ETA hat sich in der Vergangenheit wiederholt der Methode bedient, Sprengsätze an Fahrzeugen der spanischen Sicherheitskräfte anzubringen und dann fernzuzünden. Ein Augenzeuge berichtete, das Allradfahrzeug der Polizisten sei in die Luft geschleudert worden. Danach habe er eine Rauchsäule gesehen. Die EU-Kommission verurteilte den „barbarischen Anschlag“ und versicherte den spanischen Behörden ihre Solidarität im Kampf gegen Terrorismus.

Erst am Mittwoch waren durch eine Autobombe vor einer Kaserne der Guardia Civil im nordspanischen Burgos 64 Menschen verletzt worden. Die Regierung schrieb diesen Anschlag der ETA zu, die am Freitag den 50. Jahrestag ihrer Gründung begeht. Seit Jahrzehnten kämpft die Gruppe gewaltsam für die Unabhängigkeit des Baskenlandes im Norden von Spanien sowie im Süden Frankreichs, wodurch mehr als 820 Menschen starben. Die Guardia Civil ist ein bevorzugtes Anschlagsziel der ETA. In den vergangenen Jahren zündete die Gruppe wiederholt Sprengsätze vor den Kasernen der Polizeitruppe.

Die spanische Zeitung „El Mundo“ hatte am Sonntag berichtet, die Sicherheitskräfte im Land seien in Alarmbereitschaft, da die ETA nach französischen Informationen drei Lastwagen mit Sprengstoff nach Spanien zu schleusen versuche. Das spanische Fernsehen hatte jüngst berichtet, strategische Planungen der ETA zeigten, dass diese ihre Ziele weiter mit Gewalt durchsetzen wolle.

afp