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Deutschland/Welt Flüchtlinge der “Ocean Viking” dürfen an Land
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Flüchtlinge der “Ocean Viking” dürfen an Land
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15:42 23.08.2019
Das Rettungschiff "Ocean Viking" kann in Malta anlegen. Quelle: Julia Naue/dpa
Berlin/Rom

Für das Rettungsschiff „Ocean Viking“ mit 356 Migranten an Bord gibt es nach zwei Wochen Blockade auf dem Mittelmeer eine Lösung: Malta werde die Menschen erst einmal aufnehmen, bevor alle auf andere EU-Staaten verteilt werden, twitterte Maltas Regierungschef Joseph Muscat am Freitag. Die Migranten sollten auf Frankreich, Deutschland, Irland, Luxemburg, Portugal und Rumänien verteilt werden. „Keiner wird in Malta bleiben“, betonte Muscat.

Das Schiff der Hilfsorganisationen SOS Mediterranee und Ärzte ohne Grenzen hatte die Menschen vor zwei Wochen vor der Küste Libyens gerettet. Zuletzt hatte die Besatzung Alarm geschlagen, dass die Essensvorräte zuende gingen. Die Mannschaft des unter norwegischer Flagge fahrenden Schiffs hatte die Flüchtlinge bei vier Einsätzen vor der libyschen Küste gerettet. Am Freitagnachmittag befand sich das Schiff zwischen der kleinen italienischen Insel Linosa und Malta.

Ärzte ohne Grenzen fordern "vorhersehbaren Verteilmechanismus"

Das „unnötige Leiden“ habe nun ein Ende, erklärte Ärzte ohne Grenzen nach Bekanntwerden der Lösung. „Während einige EU-Staaten endlich mit Menschlichkeit auf diese humanitäre Katastrophe im Mittelmeer antworten, braucht es nun einen vorhersehbaren Verteilmechanismus.“

„Jede Ausschiffung einzeln zu verhandeln, ist nicht hinnehmbar“, sagte der Geschäftsführer von „Ärzte ohne GrenzenDeutschland, Florian Westphal, in Berlin: „Dass das die neue Normalität ist, damit darf keine europäische Regierung durchkommen.“ Für Seenotrettung gebe es einen klaren, internationalen rechtlichen Rahmen, sagte Jana Ciernioch von SOS Méditerranée. Die Leute müssten unverzüglich in einen sicheren Hafen gebracht werden können. „Es ist inakzeptabel, dass wir über Wochen die Geretteten an Bord versorgen müssen“, sagte Ciernioch.

Stimmung auf dem Boot drohte zu kippen

Auf der „Ocean Viking“ waren laut Ciernioch durch die Wartezeit die Spannungen unter den Geretteten in den vergangenen Tagen angewachsen. Viele der Menschen mussten demnach an Deck schlafen, das Wasser wurde rationiert. Die Stimmung hätte jederzeit kippen können, sagte Ciernioch.

Eine Mitarbeiterin von „Ärzte ohne Grenzen“ an Bord des Schiffes berichtete in einer Videobotschaft, viele der Flüchtlinge seien schwer traumatisiert durch Gewalterfahrungen in libyschen Flüchtlingslagern. Viele seien vergewaltigt worden oder hätten Vergewaltigungen zusehen müssen.

Deutschland nimmt Flüchtlinge der "Ocean Viking" auf

Immer wieder waren Rettungsschiffe von Hilfsorganisationen teils wochenlang auf dem Meer blockiert. Die scheidende populistische Regierung in Italien und vor allem der rechte Innenminister Matteo Salvini hatte die Häfen des Landes weitgehend für die Schiffe geschlossen.

Zuletzt hatte sich Malta mehrmals bereiterklärt, Migranten zunächst aufzunehmen, bis sie dann alle auf andere Staaten verteilt sind. Zu der jetzigen Lösung sei man nach Gesprächen mit der EU-Kommission, Deutschland und Frankreich gelangt, hieß es in einer Mitteilung der Regierung in Valletta. Die Migranten würden nun auf Militärschiffe umsteigen und dann an Land gebracht.

Ein Sprecher des Innenministeriums bestätigte am Freitag die Bereitschaft Deutschlands zur Aufnahme von Flüchtlingen der „Ocean Viking“. Die Bundesregierung sei bereit, ihren Beitrag zu leisten und eine nennenswerte Zahl von Personen aufzunehmen, sagte der Sprecher. Die Federführung bei der geplanten Verteilung der Menschen auf EU-Länder habe die EU-Kommission.

RND/dpa/epd

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