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Deutschland/Welt FDP-Chef Lindner und Siemens-Boss Kaeser zoffen sich im Netz
Nachrichten Politik Deutschland/Welt FDP-Chef Lindner und Siemens-Boss Kaeser zoffen sich im Netz
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17:02 12.09.2019
FDP-Chef Christian Lindner kritisiert im Bundestag die Haltung von Siemens-Chef Joe Kaeser zu China. Quelle: imago images/tagesspiegel/Kay Nietfeld/dpa/Montage RND
Berlin/Peking

Es kommt selten vor, dass ausgerechnet der Vorsitzender der wirtschaftsfreundlichen FDP öffentlich einen Vorstandschef eines Großkonzerns angreift. Zwischen Liberalen-Chef Christian Lindner und dem Siemens-CEO Joe Kaeser passiert genau das. Die Bühnen sind der Kurznachrichtendienst Twitter und das Plenum des Deutschen Bundestags.

Der Anlass des Streits: Ein Interview auf RND.de. Kaeser war Teil der Delegation beim China-Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel vergangene Woche. Auf der Rückreise sprach er mit RND-Hauptstadtbüroleiter Gordon Repinski über Geschäfte und Politik in China - und den Umgang mit der Freiheitsbewegung in Hongkong.

In dem Interview sagte Kaeser: "Wenn Arbeitsplätze in Deutschland davon abhängen, wie wir mit brisanten Themen umgehen, dann sollte man nicht die allgemeine Empörung verstärken, sondern überlegt die Positionen und Maßnahmen in allen Facetten abwägen." Es gehe ihm um eine Zurückhaltung im Ton, nicht in der Sache, führt er aus: "Man kann seine – auch unterschiedlichen – Positionen aber überlegt und respektvoll vortragen und auf konkrete Änderungen dringen. China braucht Deutschland auch. Wir können deshalb gegenseitig auch klar Positionen beziehen und dabei kulturelle Besonderheiten im Umgang miteinander respektieren.

Bei einer Generaldebatte im Bundestag rügte Lindner diese Worte des Siemens-Chefs. „Gute Geschäfte in allen Ehren, aber wirtschaftliche und gesellschaftliche Freiheit dürfen nicht voneinander getrennt werden“ sagte Lindner. Er forderte zudem, dass sich Merkel mit dem Hongkonger Bürgerrechtler Joshua Wong trifft.

Aktivist Joshua Wong fordert Unterstützung für Hongkong-Proteste

Kaeser nannte Lindners Angriff auf Twitter "Unsinn!!" Er habe zu einem "lösungsorientierten Dialog" aufgerufen.

Sein Seitenhieb auf Lindner, der die Jamaika-Koalition platzen ließ, traf. Lindner konterte verstimmt.

Es ging dann noch ein paar Mal hin und her - und Kaeser warf dem FDP-Politiker vor, "die Nerven zu verlieren".

Journalisten warben - ebenfalls auf Twitter - um ein Streitgespräch zwischen Kaeser und Lindner. Doch Kaeser sagte ab. Er habe in dem Interview bereits alles gesagt - und noch ein Unternehmen zu führen.

Die Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) wird mit anderen Organisationen ein Schiff für die Seenotrettung im Mittelmeer kaufen. Das kündigte der Ratsvorsitzende, Heinrich Bedford-Strohm, an. Zum Unterhalt des Rettungsschiffs soll ein Verein mit breiter gesellschaftlicher Beteiligung gegründet werden.

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