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Deutschland/Welt Ex-Diktator Noriega an Panama ausgeliefert
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Ex-Diktator Noriega an Panama ausgeliefert
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08:46 12.12.2011
Nach mehr als 20 Jahren in Gefängnissen in den USA und Frankreich wurde Panamas ehemaliger Machthaber Noriega an seine Heimat ausgeliefert. Quelle: dpa
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Panama-Stadt

Nach Angaben des Fernsehsenders Telemetro zeigte sich Noriega beim Landeanflug erstaunt über die Veränderungen der Hauptstadt Panamas seit seiner Auslieferung in die USA.

Noriega wurde gleich nach seiner Ankunft unter starker Bewachung per Hubschrauber ins Gefängnis überstellt. Der ehemalige Machthaber Panamas soll in der Haftanstalt „El Renacer“ (Die Wiedergeburt) die Strafen absitzen, die gegen ihn in Abwesenheit in Panama verhängt worden sind. Das Gefängnis war Teil der US-Installationen in der Kanal-Zone, die am 1. Januar 2000 an Panama abgegeben wurden.

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Auf Bitten Panamas hatte der Pariser Berufungsgerichtshof Ende November Noriegas Überstellung an die Justizbehörden in seiner Heimat zugestimmt. Panamas Präsident Ricardo Martinelli erklärte am Sonntag dem lokalen Fernsehsender TVN, Noriega werde keine Privilegien im Gefängnis genießen.

Der wegen seiner Pockennarben „Ananasgesicht“ genannte Ex-Diktator war in Frankreich im vergangenen Jahr wegen Geldwäsche zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der frühere General in den 1980er Jahren Drogengelder nach Frankreich schleuste und in teure Immobilien investierte. Der von einem Schlaganfall geschwächte Noriega selbst beteuerte in dem Prozess stets seine Unschuld.

Erst im April 2010 war er von den USA an Frankreich überstellt worden. Dort hatte der Ex-General bereits rund 20 Jahre im Gefängnis gesessen - unter anderem wegen Rauschgifthandels. Noriega war 1989 während der US-Invasion in Panama festgenommen, in die USA gebracht und vor Gericht gestellt worden. In Panama war Noriega in den 90er Jahren in Abwesenheit wegen der Ermordung von Oppositionellen zu mehreren langjährigen Haftstrafen verurteilt worden, die auf 25 Jahre Gefängnis vereinheitlicht werden könnten.

dpa/kas