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Deutschland/Welt Europa beschließt Hilfe: 110 Milliarden für Athen
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22:48 02.05.2010
Quelle: dpa (Symbolbild)
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Davon kommen zwei Drittel von den Euro-Staaten, das andere Drittel vom Internationalen Währungsfonds (IWF). Deutschland soll sich mit bis zu 23 Milliarden Euro an dem Hilfspaket beteiligen.

Die Auszahlung der Hilfen ist an die Einhaltung der Sparmaßnahmen geknüpft, die zwischen IWF, Euro-Gruppe, Europäischer Zentralbank (EZB) und Griechenland vereinbart wurden. Regierungschef Giorgos Papandreou kündigte am Sonntagmorgen unter anderem massive Einkommenskürzungen und Steuererhöhungen an. Bis 2013 will die Regierung 30 Milliarden Euro sparen. IWF, EZB und EU-Kommission wollen die Sparmaßnahmen regelmäßig alle drei Monate überprüfen. Die beiden größten Gewerkschaftsverbände in Griechenland kündigten umgehend für die nächsten Tage weitere Streiks und Protestaktionen an.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist zuversichtlich, dass der Euro mit dem Sparprogramm stabil gehalten werden kann. In Bonn sagte sie am Sonntag: „Es ist ein nachhaltiges Programm auf mehrere Jahre angelegt, das deutlich macht, dass der griechische Weg, den das Land zu gehen hat, ein langwieriger, sicherlich auch beschwerlicher sein wird, aber aus meiner Sicht ein absolut notwendiger.“

Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sagte bei einer Sondersitzung der Finanzminister der 16 Staaten mit Euro- Währung: „Das ist ein starkes Programm.“ Das Sparpaket wird auch nach Ansicht der EZB das Vertrauen in den Euro wiederherstellen und dessen Stabilität garantieren. Mit den entsprechenden Strukturreformen werde es gelingen, die wirtschafts- und finanzpolitischen Probleme Griechenlands in den Griff zu bekommen.

Die Euro-Länder pochen zudem auf freiwillige Hilfszusagen auch der privaten Banken. Dabei gehe es besonders um ein weiteres Engagement der Kreditwirtschaft in Griechenland, hieß es am Sonntag. Die Deutsche Bank, der Versicherungskonzern Allianz und die Münchener Rück wollen sich nach Informationen der „Financial Times Deutschland“ am Hilfspaket der Bundesregierung beteiligen. Danach startete Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann die Initiative für Hilfszusagen aus der deutschen Wirtschaft auf Wunsch von Finanzminister Schäuble.

dpa

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