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Deutschland/Welt Erste Umfragen sehen Sozialist Hollande vorn
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Erste Umfragen sehen Sozialist Hollande vorn
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19:53 22.04.2012
François Hollande: Gibt hier Frankreichs nächster Präsident seine Stimme ab?
François Hollande: Gibt hier Frankreichs nächster Präsident seine Stimme ab? Quelle: dpa
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Paris

Da Hollande für die Stichwahl am 6. Mai ein großer Vorsprung vorhergesagt wird, könnten die Sozialisten erstmals wieder seit 1988 eine Präsidentenwahl für sich entscheiden.Hollande lag ersten Hochrechnungen mehrerer Meinungsforschungsinstitute zufolge bei 28 bis 30 Prozent und damit deutlich vor dem konservativen Amtsinhaber Nicolas Sarkozy mit 24 bis 27,5 Prozent. Der Vorsprung in der ersten Runde gilt als psychologisch wichtig, um bis zur Stichwahl zusätzliche Wähler mobilisieren zu können. In der zweiten Runde sehen alle Umfragen den 57-jährigen Sozialisten mit rund zehn Prozentpunkten vor dem konservativen Präsidenten, der 2007 noch rund 31 Prozent in der ersten Runde erzielt hatte und zum Ende seiner Amtszeit unbeliebter ist als alle seine Vorgänger.Die Überraschung des Wahlsonntags war jedoch die rechtsextreme Kandidatin Marine Le Pen: Sie kam mit 17 bis 20,7 Prozent auf den dritten Platz und gewann damit deutlich mehr Stimmen als die ihr vorhergesagten 16 Prozent. Der Linkskandidat Jean-Luc Mélenchon kam auf zehn bis 13,5 Prozent und der Zentrumspolitiker François Bayrou auf acht bis zehn Prozent. Bis zur Stichwahl wird es für Hollande und Sarkozy nun darum gehen, die Wähler der ausgeschiedenen Kandidaten für sich zu gewinnen. Meinungsforscher erwarten, dass die linken Wähler in der zweiten Runde mehrheitlich für Hollande stimmen werden, während Sarkozy die Le-Pen-Wähler weit weniger als 2007 für sich gewinnen kann.Unklar ist noch, wie sich die Bayrou-Wähler entscheiden, die sowohl von links als auch von rechts umworben werden. Alle zehn Kandidaten für das Präsidentenamt hatten bereits bis zum Mittag ihre Stimme abgegeben: Hollande ging zusammen mit seiner Lebensgefährtin Valerie Trierweiler in Tulle wählen, wo der Sozialist seine politische Heimat hat. Hollande hatte im Wahlkampf mehrfach daran erinnert, dass erstmals wieder seit Präsident François Mitterrand die Chance für die Sozialisten bestehe, das Präsidentenamt zu übernehmen.  Sarkozy stimmte zusammen mit seiner Frau Carla Bruni-Sarkozy im schicken 16. Arrondissement von Paris ab. Die Wahllokale schlossen in den meisten Orten um 18 Uhr, in den Großtstädten konnte noch bis 20 Uhr gewählt werden. Überraschend hoch war die Wahlbeteiligung, die nach Schätzungen der Institute rund 80 Prozent erreichen dürfte. Die Wahlbeteiligung würde damit zwar etwas niedriger als bei der besonders starken Beteiligung vor fünf Jahren liegen, aber deutlich höher als im Jahr 2002, als mit 71,6 Prozent ein Negativ-Rekord aufgestellt wurde. Rund 44,5 Millionen Franzosen waren zu der Wahl aufgerufen.