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Deutschland/Welt Erneut russische Kampfflugzeuge über der Ostsee
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17:01 09.12.2014
Über den Kuppeln des Kreml: Tu-95-Bomber bei einer Militärparade. Quelle: Yuri Kochetkov/Archiv
Brüssel/Köln/Riga

Daran sollen unter anderem sechs Langstreckenbomber beteiligt gewesen sein. Nahezu zeitgleich wurde bekannt, dass EU-Staaten Begegnungen zwischen zivilen Flugzeugen und Militärmaschinen als "Beinahe-Zusammenstöße" werten. Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) in Köln leitete deswegen eine Untersuchung ein.

An den jüngsten russischen Manövern waren nach Nato-Angaben am Sonntag 13 russische Militärflugzeuge beteiligt. Dabei handelte es sich neben den sechs Langstreckenbombern vom Typ Tupolew Tu-95 und Tu-22M um fünf als Trainingsmaschinen genutzte Tu-134 sowie zwei Transportflieger vom Typ Antonow An-72.

Alle Flüge wurden sicherheitshalber von westlichen Kampfjets begleitet. Zumindest die Einsätze der russischen Langstreckenbomber könnten nicht als Routine gewertet werden, teilte die Nato mit. Das US-Verteidigungsministerium sprach von einer Machtdemonstration Russlands.

Zu den "Beinahe-Zusammenstößen" gab es zunächst keine detaillierten Angaben. Ob eine ernste Gefahr für das Leben von Passagieren bestand, blieb ebenso unklar wie der Name der betroffenen Fluggesellschaften. Ein EASA-Sprecher sagte lediglich, an mindestens einem der Vorfälle sei ein russisches Flugzeug beteiligt gewesen.

Die Nato kritisiert seit längerem, dass russische Militärmaschinen bei Manövern zum Teil nicht über Funk erreichbar sind und ihre Transponder abschalten. Diese Geräte übermitteln als automatischer Signalgeber den Fluglotsen wichtige Angaben zu einem Flugzeug, wie etwa die Kennung oder den Typ. "Dies könnte eine unmittelbare Gefahr für die Sicherheit der zivilen Luftfahrt dargestellt haben", kritisierte die EASA.

Im Zuge der Ukraine-Krise haben sowohl Russland als auch die Nato ihre Militäraktivitäten in der Region deutlich erhöht. Das westliche Verteidigungsbündnis verstärkt unter anderem Standorte in östlichen Mitgliedsländern und baut eine schnelle und schlagkräftige "Speerspitze" der Schnellen Eingreiftruppe (Nato Response Force) auf. Die deutsche Luftwaffe ist seit dem 1. September mit sechs Kampfflugzeugen an der Nato-Luftraumüberwachung über dem Baltikum beteiligt.

Russland will mit den Manövern angesichts des zunehmenden Konflikts mit dem Westen militärische Stärke zeigen. Bei seiner Rede an die Nation hatte Präsident Wladimir Putin vergangene Woche deutlich gemacht, dass sich Moskau keinem Druck beugen werde.

dpa

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