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Deutschland/Welt Erneut Massenfestnahme von Regimegegnern in Kuba
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Erneut Massenfestnahme von Regimegegnern in Kuba
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18:01 25.07.2012
In der Nähe der Kirche von El Salvador del Mundo in Havanna sind nach einem Trauergottesdienst mehrere Oppositionelle festgenommen worden. Quelle: Alejandro Ernesto
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Havanna

Wie am Abend weiter aus Oppositionskreisen verlautete, erfolgten die Festnahmen in der Nähe der Kirche El Salvador del Mundo in Havanna, wo die Oppositionellen an der von Kardinal Jaime Ortega gelesenen Messe teilgenommen hatten. Diesen Berichten zufolge hatten die Aktivisten lautstark ihren Willen zur Freiheit manifestiert.

Einige von ihnen waren am Abend bereits wieder auf freiem Fuß, sagte Elizardo Sánchez, der Vorsitzende der kubanischen Menschenrechtskommission. Am Morgen hatten die höchsten Repräsentanten der katholischen Kirche Kubas Payá geehrt.

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Auch Papst Benedikt XVI., der Kuba zu Beginn des Jahres besucht hatte, ohne Repräsentanten der Opposition zu empfangen, sandte ein Beileidsschreiben an die Familie Payás. Der Sacharow-Preisträger des Europäischen Parlaments war am Sonntag bei einem Autounfall im Osten der Insel ums Leben gekommen. Mit ihm starb der Dissident Harold Cepero. Die beiden weiteren Insassen, ein schwedischer und ein spanischer Politiker, wurden verletzt.

Der 60-jährige Payá galt als einer der wichtigsten Vertreter der Regimegegner in Kuba. Bereits vor einem Jahrzehnt hatte er versucht, ein Referendum über politische Reformen in dem kommunistisch regierten Land herbeizuführen. Das sogenannte Varela-Projekt war von der Regierung unter dem damaligen Präsidenten und Revolutionsführer Fidel Castro verhindert worden.

Payá, Führer der oppositionellen Christlichen Befreiungsbewegung, hatte Kardinal Ortega in den vergangenen Monaten kritisiert, weil sich die Kirche unter dessen Führung dem kommunistischen Regime angenähert habe. Unter Vermittlung der Kirche waren in den vergangenen Jahren zahlreiche politische Häftlinge, darunter auch Mitglieder der Bewegung Payás, freigelassen und ins Exil geschickt worden.

dpa